Fusion

RHI Magnesita verlässt zum Staatsfeiertag den Handelsplatz Wien

Ab 26. Oktober wird die Fusion des Wiener Feuerfestkonzerns RHI mit dem brasilianischen Wettbewerber Magnesita wirksam. Der Konzern geht an die Londoner Börse, die Zentrale wandert in die Niederlande. Die Produktion in Österreich werde aber gestärkt, meint Konzernchef Borgas.

Der ehemals Wiener Feuerfestkonzern RHI verlässt die Wiener Börse und geht nach der Fusion mit ihre Tochtergesellschaft RHI Magnesita N.V. an die Londoner Börse. Die niederländische Finanzmarktbehörde AFM hat den Prospekt zur Börsenzulassung der RHI Magnesita gebilligt, so der Hersteller.

"Die RHI bekommt Zugang zum großen Kapitalmarkt, wo wir auf großes Interesse stoßen", sagte RHI-Chef Stefan Borgas. "Wien erhält ein echtes internationales Unternehmen", sagte der designierte Chef des RHI-MAG-Konzerns.

Ab 26. Oktober exisitert RHI offiziell nicht mehr

Die Fusion der RHI AG mit ihrer Tochtergesellschaft soll am 26. Oktober 2017 wirksam werden. Dann wird die RHI AG als Rechtsträger aufhören zu existieren. Der letzte Tag, an dem RHI-Aktien an der Wiener Börse gehandelt werden können, ist der 25. Oktober 2017. Der erste Handelstag am London Stock Exchange ist voraussichtlich der 27. Oktober.

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Sitz in den Niederlanden

Der Sitz der Holding wird zwar im niederländischen Arnhem sein, aber das Headquarter des Feuerfestkonzern bleibt in Wien. "Durch die Verschmelzung mit der Magnesita wird der Markt zusammen bearbeitet", meinte Borgas. Der gemeinsame Umsatz von RHI und Magnesita beträgt laut Jahresabschlüssen 2016 rund 2,5 Milliarden Euro.

Borgas: "Österreichische Produktion wird gestärkt"

"Die österreichische Produktion wird gestärkt", sagte der RHI-CEO. Die anstehenden Restrukturierungsmaßnahmen würden die Produktion außerhalb Österreichs sowie die Verwaltung betreffen. Das Unternehmen werde vor dem Hintergrund der Digitalisierung wettbewerbsfähiger und innovativer. Zudem soll der Standort Leoben weiter einer der großen Forschungsstandorte bleiben und ausgebaut werden.

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RHI verzichtete auf die Verpflichtung der Mehrheitsaktionäre Magnesita, GP Investments und Rhône Capital, zusätzliche bis zu 1,5 Millionen neue Aktien der RHI Magnesita zu kaufen. Man wollte eine rasche Umsetzung des Unternehmenszusammenschlusses, hieß es.

Die Mehrheitsaktionäre und weitere Verkäufer, die dem Anteilskaufvertrag beigetreten sind, werden 50 Prozent plus eine Aktie an Magnesita liefern und dafür gemeinsam eine Zahlung von 117,3 Millionen Euro in bar sowie 5,0 Millionen neu ausgegebene RHI-Magnesita-Aktien erhalten. (apa/red)

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