Feuerfesthersteller

RHI finalisiert Fusion mit Magnesita - und will jetzt Werke schließen

Nach dem Zusammenschluss von RHI mit dem brasilianischen Konkurrenten Magnesita will Konzernchef Stefan Borgas jetzt Werke schließen und Produktionslinien optimieren. Für Standorte in Österreich gebe es allerdings keine Pläne, "wilde Dinge zu tun", so Borgas.

"Größere Werke werden wir noch größer machen und kleinere schließen", sagt Stefan Borgas, designierter Konzernchef der zukünftigen Gruppe RHI-Magnesita.

Nach dem Zusammenschluss des österreichischen Feuerfestkonzerns RHI mit der brasilianischen Magnesita soll die Auslastung durch Werksschließungen und Produktionslinienoptimierungen deutlich erhöht werden. Derzeit liege die Auslastung bei 68 bis 70 Prozent, nach der Hebung von Synergien soll diese bei 80 bis 85 Prozent liegen, sagte RHI-Chef Stefan Borgas bei einer Telefonkonferenz.

"Produktionslinien werden optimiert"

Die Aktionäre des börsennotierten österreichischen Feuerfestkonzerns RHI haben am vergangenen Freitag mit über 99,7 Prozent dem Zusammenschluss mit der Magnesita zugestimmt. Ab 1. November soll das neue Unternehmen RHI-Magnesita mit Konzernholding in den Niederlanden und Börsennotierung in London operativ sein. Die Wettbewerbsbehörden haben bereits grünes Licht gegeben.

"Größere Werke werden wir noch größer machen und kleinere schließen", sagte Borgas, der auch designierter CEO der zukünftigen RHI-Magnesita Gruppe ist.

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Beschäftigungsgarantie in Österreich - für heuer

Für die RHI-Mitarbeiter in Österreich wurde mit dem Betriebsrat eine dreijährige Beschäftigungsgarantie vereinbart. Auch für danach gebe es für Österreich keine Pläne, "wilde Dinge zu tun", betonte der RHI-Chef. Borgas verwies darauf, dass auch die Konzernzentrale in Wien gestärkt werde und das gesamte "Leadership"-Team in der österreichischen Bundeshauptstadt sitze sowie der Vorstand damit nicht zersplittert sei.

Im ersten Jahr werden die Fusion-Einmalkosten nach Angaben von Borgas noch die Synergieeffekte aufzehren, aber im zweiten Jahr sollen die Synergievorteile bereits 70 Mio. Euro ausmachen.

Drei Standorte werden verkauft

RHI muss aus wettbewerbsrechtlichen Gründen drei Standorte abgeben. Der Verkaufsprozess ist derzeit am Laufen. Der Umsatzbeitrag dieser Werke macht rund 50 Mio. Euro oder rund 3 Prozent des RHI-Umsatzes aus, Magnesita muss aus Wettbewerbsgründen Produktionsleistung im Umfang von rund 4 Prozent des Jahresumsatzes abgeben.

Standorten in China die Stirn bieten

Der Zusammenschluss der beiden Feuerfestkonzerne soll laut dem RHI-Chef die Wettbewerbsfähigkeit der Werke erhöhen, mehr Forschung & Entwicklung (F&E) ermöglichen und dadurch eine bessere Position gegenüber Produzenten aus Billiglohnländern ermöglichen.

Derzeit sind in China aus Umweltgründen kurzfristig viele Feuerfest-Werke stillgelegt, die aber voraussichtlich wieder in Produktion gehen werden. In der Feuerfestbranche gibt es "strukturell eine Überkapazität von 30 bis 40 Prozent, so Borgas.

Gruppe hat Position als Weltmarktführer

Die RHI baut mit der Magnesita-Übernahme ihre Position als Weltmarktführer bei Feuerfestprodukten für die Stahl-, Glas- und Zementindustrie weiter aus. Beide Unternehmen erzielten zuletzt zusammengerechnet mit knapp 15.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 2,5 Mrd. Euro. (apa/red)

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