Waffen

Rheinmetall will bei KNDS einsteigen - und hofft auf Hilfe aus Paris

Der deutsche Waffenbauer und Autozulieferer Rheinmetall möchte sich gern am Konkurrenten KNDS beteiligen, einer Gemeinschaftsfirma von KMW und Nexter. Ziel ist die Bildung eines neuen Rüstungsriesen, der neue Kampfflugzeuge und Panzer im Wert von 600 Milliarden Euro liefern könnte.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger hofft auf eine Zustimmung der französischen Regierung zur Bildung eines internationalen Rüstung-Champions. "Die deutsche Regierung unterstützt, dass Rheinmetall bei KNDS einsteigt", sagte der Manager in Düsseldorf. Frankreich zögere aber noch. "Wir brauchen eine gewisse Größe und Power, um Großprojekte zu stemmen."

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Treiber in der Sache seien die vereinbarten deutsch-französischen Gemeinschaftsvorhaben zur Entwicklung eines neuen Kampfjets und Kampfpanzers mit einem Gesamtvolumen von 600 Mrd. Euro über die Jahre verteilt.

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Rheinmetall verhandelt seit geraumer Zeit über einen Beteiligungserwerb an KNDS. Das Unternehmen ist eine gemeinsame Holding des "Leopard 2"-Panzer-Herstellers KMW und des französischen Staatskonzerns Nexter. Rheinmetall hatte früher bereits Interesse an dem Familienunternehmen KMW geäußert, mit dem sie zusammen unter anderem den Schützenpanzer "Puma" entwickeln. "Ich war immer dafür, erst national zu konsolidieren und dann international. Aber vielleicht kann man das jetzt heilen", so Papperger.

Berlin stoppt Waffenexporte nach Saudi-Arabien

Auch beim Exportstopp der deutschen Regierung nach Saudi Arabien drängt Papperger auf eine Entscheidung. "Ich dürfte heute laut Gesetz liefern", betonte er. Die Exportgenehmigung für die 120 Lkw im Wert von 136 Mio. Euro, die fix und fertig an der Grenze stünden, sei schließlich nicht zurückgezogen sondern lediglich ausgesetzt worden. Daher könne er auch keine Entschädigung fordern. Sein Ziel sei zwar, eine einvernehmliche Lösung mit dem Wirtschaftsministerium, mit dem er wöchentlich in Kontakt stehe. "Aber Deutschland muss nun endlich entscheiden", forderte der Manager.

Waffen als Wachstumstreiber - Automotive unter Druck

Nach einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr sieht Papperger den Düsseldorfer Traditionskonzern weiter auf Wachstumskurs. Dabei sei das Rüstungsgeschäft mit einem Rekord-Auftragsbestand von 8,577 Mrd. Euro der Treiber, während die Autozulieferung 2019 lediglich auf der Stelle treten dürfte. Demnach peilt Papperger für 2019 ein Umsatzplus von 4 bis 6 Prozent an. Die operative Umsatzrendite soll im Konzern wie im Vorjahr rund 8 Prozent erreichen, in der Rüstungssparte bis zu 8,5 (Vorjahr: 7,9) Prozent und bei Automotiv rund 8 (8,9) Prozent.

Nettogewinn schnellt in die Höhe

2018 hatte Rheinmetall bei einem Umsatzanstieg um 4,3 Prozent auf 6,148 Mrd. Euro eine Verbesserung des operativen Ergebnisses um 23 Prozent auf 492 Mio. Euro verbucht. Der Nettogewinn schnellte um 40 Prozent auf 354 Mio. Euro in die Höhe. Die Aktionäre sollen an der Gewinnentwicklung mit einer um 40 Cent auf 2,10 Euro angehobenen Dividende beteiligt werden. (reuters/apa/red)