Rüstungsindustrie

Rheinmetall und US-Finanzfirmen wollen Militärsparte von Airbus

Der Waffenhersteller und Autozulieferer Rheinmetall kämpft um Airbus' Sparte für Militärelektronik - und verbündet sich jetzt offenbar mit den berüchtigten amerikanischen Finanzinvestoren Blackstone, Cinven, Carlyle und KKR. Auch Konkurrent Thales soll Interesse an der Sparte haben.

Rheinmetall kämpft um die die Sparte für Militärelektronik von Airbus. Dazu hat sich der Düsseldorfer Waffenhersteller und Automobilzulieferer jetzt offenbar mit dem Finanzinvestor Blackstone sowie einer Reihe von US-Finanzfirmen verbündet.

Das deutsch-amerikanische Konsortium habe es neben den Finanzinvestoren Cinven, Carlyle und KKR in die nächste Runde des Bieterverfahrens geschafft, sagten zwei mit der Transaktion vertraute Personen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der französische Konkurrent Thales sei ebenfalls interessiert, sei aber wohl nicht bereit, ein ausreichend hohes Gebot vorzulegen. Airbus, Thales und Rheinmetall wollten sich nicht dazu äußern.

Die Sparte könnte eine Milliarde Euro einbringen

Airbus könnte mit dem Verkauf der Elektronik-Sparte bis zu 1 Milliarde Euro erlösen. Dazu gehören Radarkomponenten, optische Elektronik, Grenzkontrollsysteme und Komponenten zur elektronischen Kriegsführung. Airbus trennt sich derzeit von Randgeschäftsfeldern, um sich im Rüstungsgeschäft auf Flugzeuge, Raketen und Satelliten zu konzentrieren.

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Ein schneller Abschluss ist aber nicht zu erwarten, da sich die Herauslösung des Geschäfts aus dem Konzern als schwierig erweist. Airbus-Finanzchef Harald Wilhelm sagte, der deutsch-französische Konzern mache beim Verkauf diverser Rüstungs-Unternehmen "gute Fortschritte". Vollzug werde Airbus in allen Fällen aber voraussichtlich erst 2016 melden können.

Airbus verkauft Sparten mit Milliardenvolumina

Airbus hatte im vergangenen Jahr ein halbes Dutzend Töchter mit Umsätzen von zusammen rund 2 Mrd. Euro zum Verkauf gestellt. Darunter ist auch PFW Aerospace. Für die ehemaligen Pfalz-Flugzeugwerke in Speyer haben laut Finanzkreisen Branchenrivalen wie Eaton und Parker-Hannifin aus den USA sowie Hutchinson aus Frankreich den Hut in den Ring geworfen, ebenso wie Finanzinvestoren wie Bridgepoint, Bregal und Liberty Hall. PFW könnte mit rund 300 Mio. Euro bewertet werden. Das hänge aber stark von der Ausgestaltung langfristiger Verträge mit Airbus ab, sagten die Insider. (reuters/apa)

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