Rüstungsindustrie

Rheinmetall MAN in Wien-Liesing will ab 2016 wieder Gewinne schreiben

Der Hersteller von Militärfahrzeugen will dank eines Grossauftrags der australischen Armee ab 2016 wieder Gewinne schreiben – doch die jüngsten Kündigungen werden nicht zurückgenommen.

MAN Rheinmetall Rheinmetall MAN RMMV

Symbolbild: Ein Panzer von Rheinmetall.

Die Rheinmetall MAN Military Vehicles Österreich (RMMV), die im Vorjahr nach dem Auslaufen eines Großauftrags für Großbritannien 200 Leute an ihrem Standort in Wien-Liesing gekündigt hat, will ab 2016 wieder Gewinne schreiben. An den Kündigungen wurde damals festgehalten, obwohl es bereits einen Großauftrag aus Australien gab, der allein 80 bis 100 Arbeitsplätze sichert.

"Wir hatten im Jahre 2012 nach dem Auslaufen des großen Auftrags für England - wir haben über 7.000 Fahrzeuge an UK geliefert - zu viel Kapazität in Wien", sagte der Geschäftsführer des RMMV-Standorts in Wien, Wolfgang Schirmer, diese Woche bei einem Pressegespräch in der Wirtschaftskammer Österreich in Wien.

"Wir haben uns in eine Restrukturierung im letzten Jahr entsprechend verkleinert." Das sei "anständig und sozial verträglich" abgelaufen, sagte Schirmer. "Wir werden auch 2013 und 2014 noch keine Gewinne schreiben. Für 2015 haben wir uns die schwarze Null vorgenommen und mit der Auslastung, dir wir dann 2016 bis 2020 haben, sollte es auch möglich sein wieder Gewinne zu schreiben."

Entwicklung für australisches Militär gestartet

Der Auftrag, den das Werk in Wien-Liesing im Juli 2013 von der australischen Armee erhalten hat, umfasst die Lieferung von rund 2.500 militärische Radfahrzeuge im Gesamtwert von 1,1 Mrd. Euro, davon entfallen etwas über 600 Mio. Euro an Wertschöpfung auf Österreich, 300 Mio. auf Australien. Auf das Beschäftigungsniveau vor 2012 werde man dadurch nicht mehr kommen, so Schirmer, "aber die unmittelbare Beschäftigungswirkung allein des australischen Auftrags ist etwa 80 bis 100 Arbeitsplätze".

Die Fahrzeuge würden gerade entwickelt und 2016 zur Produktion kommen, erklärte Schirmer. Es handle sich dabei u.a. um Bergefahrzeuge, allgemeine Logistikfahrzeuge und Treibstofftransporter.

RMMV beschäftigt am Wiener Standort derzeit rund 600 Leute, kleinere Standorte gebe es auch in Deutschland und Holland - entscheidend für das Überleben dieser Standorte seien aber die Exporte, sagte Schirmer. "Mit der Nachfrage, die ich aus Österreich, aus Deutschland und aus Holland bekomme, können Sie diese Firmen nicht betreiben." Für das österreichische Bundesheer habe man im Vorjahr 18 Fahrzeuge gebaut, für Deutschland seien es rund 30 gewesen. "Wenn ich am 2. Jänner 2015 um 6 Uhr beginne, für meine Heimatstaaten Österreich, Deutschland und die Niederlande zu arbeiten, dann bin ich irgendwann am 3. Jänner zum Feierabend schon fertig damit."

Aufträge auch aus Norwegen und der Schweiz

RMMV habe auch aus Norwegen im März und aus Schweden im Mai Aufträge erhalten, berichtete Schirmer. Das seien Rahmenabkommen mit kleinen Bestellungen zu Beginn, "aber auch diese Kontrakte haben das Potenzial, irgendwann über 2.000 Fahrzeuge und an die 2 Mrd. Euro Umsatz zu erreichen."

Reinhard Marak, seit drei Monaten Geschäftsführer der ARGE Sicherheit und Wirtschaft, hob ebenfalls die Wichtigkeit der Ausfuhren für die Branche hervor, die Exportquote betrage 94 Prozent. Wachstumsmärkte seien Südostasien und der arabische Raum, "aber da müssen sich alle Unternehmen sehr genau anschaün, wohin sie exportieren wollen und dürfen".

Insgesamt beschäftigt die Branche für Kriegsfahrzeuge in Österreich nach Angaben von Reinhard Marak mit rund 100 Unternehmen rund 11.000 Menschen.

Australien habe im Vergleich zu europäischen Ländern relativ hohe Verteidigungsausgaben, sagte der australische Botschafter in Wien, David Gordon Stuart. 2.000 Militär-Pkw habe man auch vom Magna-Steyr-Werk in Graz bezogen. (apa/pm)

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