Automobilindustrie

Renault will Elektroautos massentauglich machen

Der französische Autobauer gehört zu den Pionieren am Markt für Elektroautos. Jetzt kündigt der Hersteller acht weitere Wagen mit elektrischem Antrieb und zwölf Hybridfahrzeuge an. Ein großes Ziel bleibt die Massentauglichkeit.

Renault schaltet in der Elektromobilität einen Gang höher. Der französische Autobauer, der mit dem Kleinwagen Zoe und dem Kabinenroller Twizy bereits Elektroautos in Europa im Angebot hat, kündigte am Freitag in Paris acht weitere batteriebetriebene Wagen und zwölf Hybridfahrzeuge an.

Elektroautos würden künftig einen bedeuteten Beitrag zum Geschäft von Renault leisten, während andere Autohersteller gerade erst die Reise begännen, sagte Konzernchef Carlos Ghons. Die Ertragskraft soll darunter nicht leiden. "Unsere Vision ist jetzt ein profitables Kerngeschäft", sagte Ghons. "Renault beginnt nun, die Elektromobilität in den Massenmarkt auszurollen und weitere Länder zu erschließen", sagte Frank Schwope von der NordLB.

China als wichtigster Treiber

Alle großen Autobauer haben in den vergangenen Wochen neue Modelle mit Elektromotoren angekündigt. Die Hersteller reagieren damit auf den Druck vieler Länder, die Schadstoff-Emissionen zu reduzieren. Länder wie Indien, Frankreich oder Großbritannien wollen Verbrennungsmotoren ab 2030 oder 2040 ganz verbieten.

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In China, wo weltweit die meisten Autos verkauft werden, fordert die Regierung ab 2019 eine Mindestquote für den Verkauf von Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen: China fixiert Quoten für Elektroautos - Autobauer weltweit unter Druck >>

In seinem neuen Fünf-Jahresplan kündigte Ghosn an, die Ertragskraft von Renault in Ländern wie Russland, China, Brasilien, Indien und Iran zu steigern. Dazu soll auch die Billigmarke Dacia beitragen, die weiter kräftig wächst.

Konzernchef Ghosn hat große Pläne

Der Anteil von einfachen Fahrzeugen zu Preisen, die für die Massen erschwinglichen sind, am Gesamtabsatz soll zunehmen. Damit will Renault den weltweiten Absatz in den nächsten Jahren um 44 Prozent auf mehr als fünf Millionen Fahrzeuge hieven.

Der Umsatz solle bis 2022 die Marke von 70 Mrd. Euro überschreiten, die operative Rendite auf mehr als sieben Prozent klettern, bekräftigte Ghosn. Im vergangenen Jahr hatte Renault die Erlöse um gut 13 Prozent auf 51,2 Mrd. Euro erhöht. Die Marge im operativen Geschäft verbesserte sich auf 6,4 Prozent.

Damit liegt Renault noch hinter dem Lokalrivalen Peugeot. Die neue Opel-Mutter kam im ersten Halbjahr 2017 auf 7,3 Prozent von zuvor 6,8 Prozent.

Milliardeninvestitionen und gemeinsame Plattformen
Renault kündigte Investitionen von 18 Mrd. Euro in neuen Techniken und Modelle an. Durch die Nutzung gemeinsamer Plattformen und Techniken in der Allianz mit den beiden japanischen Autobauern Nissan und Mitsubishi wollen die Franzosen 4,2 Mrd. Euro einsparen. 80 Prozent der Fahrzeuge sollen sich künftig eine gemeinsame Architektur teilen. Mehr dazu: Renault, Nissan, Mitsubishi kündigen vierte gemeinsame Plattform an >>

(reuters/apa/red)

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