Autoindustrie

Renault mit Nissan: Japaner wollen "ausgewogene Partnerschaft" statt Fusion

Nissan will am Bündnis mit Renault festhalten - aber keine Fusion. Statt dessen sollen beide Autobauer weiterhin großteils selbstständig agieren können.

Der japanische Autobauer Nissan will an der gleichberechtigten Zusammenarbeit mit dem französischen Partner Renault festhalten. Die Struktur des Bündnisses, in dem beide Autobauer weitgehend selbstständig agieren, müsse erhalten bleiben, sagte Nissan-Chef Hiroto Saikawa.

Derzeit werde über eine Reihe von Möglichkeiten diskutiert, um die Allianz für die Zeit vorzubereiten, wenn Konzernchef Carlos Ghosn (64) das Steuer abgibt. Dazu gehöre auch eine ausgewogenere Beteiligungsstruktur. Eine Fusion der beiden Autobauer sei indes nicht geplant.

Nissan und Renault denken seit längerem über eine engere Verzahnung nach. Im März war von Insidern zu erfahren, dass die Regierung in Paris dazu einen Großteil ihres Renault-Anteils von 15 Prozent an Nissan verkaufen könnte.

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Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete später, Konzernchef Ghosn, der in der Allianz alle Fäden in der Hand hält, treibe das Vorhaben voran. Ziel der Gespräche sei die Verschmelzung der bereits über gegenseitige Beteiligungen verflochtenen Firmen aus Frankreich und Japan zu einer gemeinsamen Gesellschaft.

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"Wir müssen sicherstellen, dass die Allianz weiter so funktionieren kann wie bisher und dabei die Autonomie jedes Unternehmens bei gleichzeitiger Maximierung der Effizienz erhalten bleibt", sagte Saikawa. Die Führung könne sich im Laufe der Jahre ändern. Das Bündnis als solches müsse allerdings intakt bleiben, betonte er.

Eckdaten zu den jetzigen Anteilen

Renault ist mit gut 43 Prozent an Nissan beteiligt. Die Japaner wiederum halten 15 Prozent an den Franzosen, und zwar ohne Stimmrechte. Zu dem Bund gehört auch der japanische Autobauer Mitsubishi, an dem Nissan mit 34 Prozent maßgeblich beteiligt ist. Die Dreier-Allianz beansprucht für sich, nach verkauften Pkw weltgrößter Autobauer vor Volkswagen zu sein. Die Wolfsburger führen die Weltrangliste einschließlich ihrer Lkw-Töchter MAN und Scania an.

Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2018/19 macht sich Nissan - wie andere japanische Autobauer auch - auf einen Rückgang des operativen Gewinns gefasst. Höhere Rohstoffkosten und der stärkere Yen machten positive Effekte steigender Fahrzeugverkäufe zunichte, erklärte das Unternehmen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr schrumpfte der Betriebsgewinn bereits um fast ein Viertel auf umgerechnet rund 4,4 Mrd. Euro (574,8 Mrd. Yen). (reuters/apa/red)

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