Baustoffindustrie

Rekordzahlen beim Kärntner Hersteller Hirsch Servo

Der Kärntner Dämmstoffhersteller Hirsch Servo AG legt für das Vorjahr Rekordergebnisse bei Umsatz und Gewinn vor. Auch für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich Konzernchef Harald Kogler optimistisch und kündigt neue Investitionen an.

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Der Kärntner Dämmstoff-Hersteller Hirsch Servo AG mit Sitz im Kärntner Ort Glanegg hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Rekordergebnisse bei Umsatz und Betriebsergebnis verzeichnet. Wie Vorstand Harald Kogler bei einer Pressekonferenz in Glanegg erklärte, sei er auch für das laufende Jahr optimistisch.

Eckdaten zum Unternehmen und dem Ergebnis

Die Hirsch Servo AG beschäftigt an 26 Standorten in acht Ländern 1.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr (bis 31. März 2020) einen Umsatz von 242 Mio. Euro. 93 Prozent des Umsatzes werden im Export gemacht, 90 Prozent davon am europäischen Markt. Im Jahr davor war der Umsatz von 115 auf 230 Mio. Euro verdoppelt worden. Das Betriebsergebnis wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr von acht auf 20 Mio. Euro gesteigert. Die Eigenkapitalquote liegt derzeit bei 38 Prozent.

Kogler rechnet zwar damit, dass aufgrund der Covid-19-Maßnahmen in diesem Jahr die Umsatzziele nicht erreicht werden können und zehn bis 15 Prozent niedriger sein werden, doch man werde das Betriebsergebnis aufgrund gesetzter Maßnahmen halten können. So habe man beispielsweise Rohstoffe sehr günstig eingekauft. Das seien immerhin 50 bis 60 Prozent des Gesamtumsatzes, sagte er.

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Nun sind neue Investitionen geplant

Im April und Mai habe man die Investitionen gestoppt und auch Kurzarbeit angemeldet, doch man habe bald gemerkt, dass man die gesamte Mannschaft brauche, sagte Kogler. Derzeit werde an allen 26 Standorten wieder voll gearbeitet. Es werde derzeit alles aufgeholt, es sei auch kein einziger Mitarbeiter gekündigt worden. "Und wir brauchen weitere Mitarbeiter in allen Bereichen", sagte der Vorstand. In diesem Sommer werden 20 Praktikanten und zusätzliche Lehrlinge aufgenommen.

Noch in diesem Jahr sollen rund zehn Mio. Euro in die bestehenden Werke investiert werden, darunter zwei Millionen Euro in die Erweiterung des Papierfasergusses, kündigte Kogler an. Diese Sparte ist im vergangenen Jahr dazugekommen. In Frankreich sind in diesem Jänner sechs Werke gekauft worden. Weitere Firmenstandorte sollen dazukommen, Gespräche laufen, so Kogler. Das Forschungs-, Entwicklungs- und Kompetenzzentrum des Unternehmens befindet sich weiterhin im Kärntner Ort Glanegg.

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Ein zentraler Faktor: Die deutsche Baukonjunktur

Die Hirsch Servo AG gehört zu 90 Prozent der Wiener Herz Gruppe, zehn Prozent befinden sich im Streubesitz. 70 Prozent des Umsatzes werden mit EPS-Formteilen und Dämmstoffen erwirtschaftet, damit ist das Unternehmen Europas größter EPS-Dämmstoffhersteller.

Der größte Absatzmarkt ist Deutschland. Daher ist für Kogler die Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft noch die große Unbekannte in diesem Jahr. "Das kann noch spannend werden", meinte er. Sollte es hier Einbrüche geben, würde es auch Auswirkungen auf die Hirsch Servo AG haben. 20 Prozent des Umsatzes werden mit Transportschutz- und Verpackungslösungen gemacht. Zehn Prozent werden mit dem Maschinenbau erzielt. (apa/red)