Logistik

Rekordjahr für Deutsche Post

Die Deutsche Post sieht sich nach einem Rekordjahr weiter auf Wachstumskurs. Aktionäre freuen sich über eine deutlich höhere Dividende.

"Wir sind guter Dinge, 2017 ein weiteres erfolgreiches Jahr zu verzeichnen", so Konzernchef Frank Appel (im Bild).

´Boomende Geschäfte mit Express-Sendungen und Paketen sollen der Deutschen Post zu neuen Rekordmarken verhelfen. "Wir sind guter Dinge, 2017 ein weiteres erfolgreiches Jahr zu verzeichnen", sagte Konzernchef Frank Appel in Bonn.

Dabei kann auch die Aussicht auf einen protektionistischen Kurs der neuen US-Regierung den weltweit vertretenen und stark in den USA engagierten Konzern nicht schrecken.

"Ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr"

Die Weltwirtschaft wird laut Appel leicht stärker wachsen als noch 2016. Und möglicherweise könnten Handelsschranken dem Konzern sogar Kunden zutreiben. Die Deutsche Post kenne sich mit komplexen Regelungen an Grenzen aus: "Die Kunden kommen und fragen uns: Wie gehen wir damit um?", sagte der Manager. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern Höchstmarken beim Gewinn verzeichnet. Die Aktionäre erhalten eine deutlich höhere Dividende. Überzeugen konnte Appel die Anleger damit aber nicht: Post-Aktien fielen um bis zu fünf Prozent.

"2016 war für uns ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr", bilanzierte Appel. "Nie zuvor hat der Konzern in seiner jetzigen Struktur ein besseres Ergebnis erzielt." Der operative Gewinn (Ebit) kletterte 2016 auf 3,49 (Vorjahr: 2,4) Mrd. Euro, unter dem Strich und nach Anteilen Dritter blieb ein Gewinn von 2,6 (1,5) Mrd. Euro. Appel will nun für 2016 eine Dividende von 1,05 (Vorjahr: 0,85) Euro je Aktie ausschütten, Analysten hatten mit einem Euro gerechnet. Im laufenden Jahr soll der operative Gewinn nun auf rund 3,75 Mrd. Euro steigen.

Vor einem Jahr bot sich noch ein anderes Bild: Hohe Abschreibungen auf den fehlgeschlagenen Umbau der Datenverarbeitung in der Frachtsparte lasteten auf der Bilanz. Zudem musste die Post die Folgen eines erbitterten Arbeitskampfs mit der Gewerkschaft Verdi verkraften. Diese Effekte fielen nun weg. Für Rückenwind sorgte 2016 auch die Porto-Erhöhung in Deutschland.

Profite dank Amazon

Der Deutsche Post spielt zudem weiter der ungebrochene Boom im Online-Handel in die Hände. Die Kunden bestellen bei Internet-Händlern von Amazon bis Zalando, Zusteller bringen die Pakete dann zum Verbraucher. Allein in Deutschland stellte die Deutsche Post 2016 mehr als 1,2 Milliarden Sendungen zu.

Der Konzern knüpft ein immer engeres Zustellnetz in Europa. "Unsere Vision der 'Vereinigten Paketnationen von Europa' ist inzwischen weitgehend Realität", sagte Appel. Die Deutsche Post decke seit Jänner insgesamt 23 europäische Länder ab und wachse in allen Staaten schnell.

Die Entwicklung in den USA behält Appel im Auge. "Wir beobachten das natürlich aufmerksam, sind aber nicht alarmiert", sagte der Deutsche-Post-Chef. "Unsere Experten wissen genau, wie man mit Handelsbarrieren umgeht." Zudem werde sich die Globalisierung weiter fortsetzen - "sie hat vieles positives erreicht". "Es gibt kein Land auf dieser Erde, das mit Protektionismus erfolgreich war", unterstrich er: "Am Ende wird die Politik erkennen, dass Freihandel gut ist."

Immer engeres Zustellnetz in Europa

Vorreiter will Appel zudem beim Abbau des Klimagases Kohlendioxid sein. Der Konzern wolle bis 2050 den Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid (CO2) auf null reduzieren, kündigte er an: "Das ist ein hartes Geschäft und nichts, was man am Sonntag in der Kirche erzählt." Bis 2025 wolle die Post dabei die CO2-Effizienz um 50 Prozent gegenüber dem Ausgangsjahr 2007 verbessern.

Dazu solle Abholung und Zustellung zu 70 Prozent auf "saubere Lösungen" umgestellt werden - Räder oder Elektrofahrzeugen werden eingesetzt. Die Deutsche Post setzt dabei auf den Streetscooter, ein Elektrofahrzeug, das sie selbst produziert. Rund 2.000 der Fahrzeuge seien in Deutschland im Einsatz, 2017 solle die Zahl verdoppelt werden, sagte Vorstand Jürgen Gerdes. (reuters/apa/red)

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