Autozulieferer

Rekordgewinn bei Grammer stärkt dem Management den Rücken

Wie berichtet kämpft die zur Gruppe Prevent gehörende Beteiligungsfirma Cascade um die Ablöse des Managements beim bayerischen VW-Zulieferer Grammer. Doch der jüngste Rekordgewinn verschafft den Vorständen neuen Rückenwind.

Dank eines Rekordgewinns sieht sich der deutsche Autozulieferer Grammer im Machtkampf mit dem Großaktionär Cascade gestärkt. Wie der Hersteller von Kopfstützen, Armlehnen oder Sitzen am Dienstag im nordbayerischen Amberg mitteilte, kletterte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) laut vorläufigen Zahlen 2016 auf 72 Mio. Euro - fast 70 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Dazu trugen einem Sprecher zufolge positive Währungseffekte, der übernommene Metall- und Kunststoffspezialist Reum sowie das inzwischen internationaler und schlanker aufgestellte Produktionsnetzwerk mit niedrigeren Kosten bei. Die Rendite (EBIT-Marge) legte voriges Jahr um 1,3 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent zu. 2017 will der Zulieferer eine Marge von rund fünf Prozent einfahren.

Finanzfirma Cascade will Vorstand und Aufsichtsräte weg haben

Die Investmentfirma Cascade, hinter der die durch den Zulieferstreit bei Volkswagen bekannt gewordene bosnisch-stämmige Unternehmerfamilie Hastor steht, hatte der Grammer-Führung vor ein paar Tagen Defizite im Management vorgeworfen: Der Autozulieferer leide seit Jahren "an einer Erosion der Gewinnmarge bei steigenden Umsätzen"; dies werde von der Firmenspitze "nicht mit dem nötigen Engagement angegangen", hieß es.

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Cascade verlangt die Ablösung von Grammer-Chef Hartmut Müller und den Austausch von fünf Aufsichtsratsmitgliedern durch eigene Leute. Das wurde seitens des Unternehmens am Dienstag erneut abgelehnt. Große Kunden sähen den beabsichtigten Kontrollwechsel sehr kritisch, bekräftigte Grammer.

Größter Abnehmer ist der VW-Konzern, der für rund 35 Prozent des Umsatzes in der Automotive-Sparte steht. Daimler und BMW sorgen für jeweils zehn bis 15 Prozent der Segmenterlöse. Grammer-Chef Müller sagte, der Zulieferer habe sich in den vergangenen Jahren zu einem globalen Anbieter für die Auto- und Nutzfahrzeugbranche und zum technologischen Marktführer entwickelt. "Diese Strategie zahlt sich nun wie erwartet aus."

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Der Kampf um Autozulieferer Grammer - und die Parallelen zu VW >>

Für 2017 kündigte Grammer ein moderates Umsatzplus von bis zu fünf Prozent an. 2016 kletterten die Erlöse um 19 Prozent auf 1,69 Mrd. Euro; vor allem das starke Wachstum im Geschäft mit Mittelkonsolen für Pkw und Reum hätten dazu beigetragen.

Auch im Nutzfahrzeugsegment legte der Umsatz demnach leicht zu, obwohl sich die Nachfrage aus der Landtechnik oder dem nach wie vor darnieder liegenden Lkw-Markt in Brasilien weiter verschlechterte. Grammer hatte die Produktion in Südamerika restrukturiert und die Kosten deutlich gesenkt. (reuters/apa/red)

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