Österreich

Rekord bei heimischer Schnittholzproduktion wegen Unwettern und Klimawandel

Erstmals seit 2008 sind im vergangenen Jahr wieder mehr als zehn Millionen Kubikmeter Schnittholz produziert worden. Grund dafür war unter anderem die sehr hohe Menge an Schadholz wegen des Klimawandels.

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Erstmals seit 2008 sind im vergangenen Jahr wieder mehr als zehn Millionen Kubikmeter Schnittholz produziert worden. "Treiber" dafür sei auch das Schadholz gewesen, erklärte der Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie, Herbert Jöbstl, kürzlich bei einer Pressekonferenz im Kärntner Tourismusort Pörtschach.

Der Holzeinschlag ist mit 19,2 Millionen Festmeter 2018 um 8,4 Prozent gegenüber dem Jahr davor gestiegen. 53 Prozent davon waren Schadholz aufgrund der Stürme der vergangenen Jahre und der Käferproblematik in Niederösterreich. Besonders betroffen vom Überangebot beim Kalamitätenholz seien Nieder- und Oberösterreich, sagte Jöbstl. Noch dramatischer sei die Lage allerdings in den Nachbarländern Tschechien und Deutschland. Auch in Friaul, Südtirol und dem Trentino müsse noch Schadholz aufgearbeitet werden. "Es ist die Herausforderung unserer Zeit, wie wir damit umgehen werden", erklärte er.

In der Folge wurde die Schnittholzproduktion - das vierte Jahr in Folge - gesteigert. 60 Prozent, also 5,9 Millionen Kubikmeter, davon gingen in den Export. Auch das ist eine Steigerung gegenüber 2017, um 8,6 Prozent. Italien ist nach wie vor der stärkste Abnehmer, auch wenn sich die Abhängigkeit von diesem Markt in den vergangenen Jahren reduziert habe, erklärte der Vorsitzende des österreichischen Holzhandels, Carl-Erik Torgersen. So habe der Anteil der Italiener vor zehn Jahren noch 65 Prozent betragen, derzeit seien es 43 Prozent.

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Auch für 2019 ist die Holzwirtschaft leicht optimistisch. "Trotz einer leichten Abflachung", so Jöbstl. Die weitere Entwicklung hingegen sei schwer abzuschätzen, sagte Torgersen. Die Märkte seien volatil. Es werde damit gerechnet, dass die Nachfrage aus den USA sich zumindest abflachen, wenn nicht zurückgehen werden, China sei die große Unbekannte. Großbritannien habe im Hinblick auf den Brexit seine Lager rasch noch gefüllt, von dort werde in nächster Zeit wenig Nachfrage kommen. "Der Rückgang in einer Zeit, in der sich viel Rohstoff auf dem Markt befindet, ist ein Problem, das wir in nächster Zeit zu bewältigen haben", so der Vorsitzende des Holzhandels.

Erfreulich hingegen sei, so die beiden Experten, dass der Anteil des Holzbaus weltweit steige. "Doch die Leuchtturmprojekte gibt es nicht bei uns. Die finden in London oder China statt. Da wäre bei uns noch Luft drin", sagte Torgersen. (apa/red)

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