Gummiindustrie

Reifensparte bei Continental unter Druck

Autozulieferer Continental hat weiter mit höheren Rohstoffkosten für Kautschuk zu kämpfen und plant nun Preiserhöhungen von bis zu fünf Prozent. Die gesamte Umsatzprognose wird jedoch erhöht.

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Der deutsche Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat weiter mit höheren Rohstoffkosten für Kautschuk zu kämpfen. Um diese auszugleichen, sollen die Reifen zwischen drei und fünf Prozent teurer werden. Die bereits angekündigte Preiserhöhung werde sich in der zweiten Jahreshälfte auswirken, sagte Conti-Finanzchef Wolfgang Schäfer.

Continental ist in hohem Maße abhängig vom Geschäft mit den Pneus. Im ersten Halbjahr belasteten die höheren Kosten das Ergebnis mit 300 Mio. Euro. Dennoch fuhr der Hersteller mit den Reifen noch immer mehr als 40 Prozent des operativen Gewinns ein.

Das Geschäft mit Autoelektronik lief stark, auch weil die Neuzulassungen trotz Dieselkrise und Kartellverdachts gegen mehrere Autobauer zulegten. Die Sparte steigerte ihre Erlöse im ersten Halbjahr um fast 10 Prozent auf rund 13,4 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) legte auf knapp 1,1 Mrd. Euro zu - nach rund 942 Mio. Euro ein Jahr zuvor.

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Continental erhöht seine Umsatzprognose

Vor dem Hintergrund erhöhte Continental die Konzern-Umsatzprognose: Die Erlöse sollten im Gesamtjahr um 500 Mio. Euro höher ausfallen als erwartet und damit auf mehr als 44 Mrd. Euro steigen. Die Ergebnisprognose wurde bestätigt. Demnach soll die Marge auf Basis des bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern im laufenden Jahr den Wert von 10,5 Prozent sicher erreichen. Nach sechs Monaten liegt Conti mit einer bereinigten Marge von 10,7 (Vorjahr: 11,9) Prozent auf Kurs zu diesem Ziel.

Der Umsatz zog in den ersten sechs Monaten um 10 Prozent auf 22 Mrd. Euro an, das bereinigte Ebit sank leicht auf rund 2,33 Mrd. Euro. Unter dem Strich blieben knapp 1,5 Mrd. Euro in der Kasse. Vor Jahresfrist waren es mehr als 1,6 Mrd. Euro.

Im zweiten Halbjahr solle auch das Ergebnis aus dem Reifengeschäft wieder über dem des Vorjahreszeitraums liegen, kündigte Degenhart an. Wie wichtig der Beitrag der Pneus ist, zeigen die Halbjahreszahlen: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf knapp 5,6 Mrd. Euro, das operative Ergebnis gab dagegen um 12 Prozent auf gut eine Milliarde Euro nach. Dennoch liegt die Marge noch immer bei 18,5 Prozent - nach 22,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Schäfer betonte, es sei ein "ganz wichtiges Geschäft für uns".

Conti zählt weltweit mehr als 230.000 Mitarbeiter; das sind rund 15 600 mehr als noch vor einem Jahr. (dpa/apa/red)