Kommentar

Regierungskrise: „Auf dem Hochseil“

Mit der Regierungskrise verstrich wieder einmal wertvolle Zeit, kritisiert der Unternehmer und frühere TSA-Chef, Günter Eichhübl. Es sei hoch an der Zeit, Paktiertes gesetzlich dingfest zu machen und den Wirtschaftsstandort auf Vordermann zu bringen.

Günter Eichhübl TSA Industriekonjunktur Meinung Antriebsbau

"Wer immer jetzt, politisch motiviert, Bremsen anlegt, der tut uns allen Schaden an."
Günter Eichhübl,
Unternehmensberater, davor 21 Jahre Gesellschafter und Geschäftsführer von Traktionssysteme Austria, Wiener Neudorf
 
(Foto: Archiv)

Und wieder einmal müssen wichtige Inhalte auf der paktierten Agenda den Platz räumen für politisches Gerangel, für Grabenkämpfe und Respektlosigkeiten. Wenngleich das Ende der Debatte zwischen den Akteuren noch nicht erreicht ist, so steht heute bereits fest, dass wieder einmal wertvolle Zeit verstreichen wird, um Paktiertes gesetzlich dingfest zu machen und Neues anzugehen. Mittendrin in diesem Tohuwabohu wartet die Wirtschaftspolitik mit zentralen Anliegen: Fachkräfteknappheit, Digitalisierungslücken, Innovationshemmnisse und Defizite für eine schlagkräftige Belebung der eigenkapitalunterlegten Unternehmensfinanzierung sind nur ein paar Beispiele. 

Die Welt wartet nicht auf Österreich. Und internationale Märkte schon gar nicht. Die Arbeit an der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen ist des Unternehmers täglich Brot. Warum nur macht die politische Arbeit an der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Österreich wieder Pause? Während für Unternehmen, Mitarbeiter*innen, Eigentümer*innen und Führungskräfte jeden Morgen der Sprint für die beste Idee, einen weiteren Prozentpunkt Marktanteil, eine ausgefeilte Strategie aufs Neue beginnt, katapultiert sich die Politik mit schmissigen Chats ins Out?  

Österreich ist zur Überraschung Vieler und Freude Aller mit mächtigem Schwung wirtschaftlich aus der Coronakrise gekommen. Das war ein Kraftakt gepaart mit einer großen Portion Coolness und Professionalität von Unternehmen, Sozialpartnern, Interessensvertretungen und der Politik. Wer immer jetzt, politisch motiviert, Bremsen anlegt, der tut uns allen Schaden an. Der Wirtschaft ganz besonders. Freunde behält man so wahrscheinlich nicht. Und neue wieder für Neues zu gewinnen wird ein zähes Unterfangen.

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Autor: Günter Eichhübl,
Unternehmensberater, davor 21 Jahre Gesellschafter und Geschäftsführer von Traktionssysteme Austria, Wiener Neudorf