Abfallwirtschaft

Recycling von Verpackungen: Recyclingwirtschaft fordert bessere Produkte

Um die Recyclingziele der EU bis 2025 zu erreichen, brauche es andere und leichter wiederverwertbare Verpackungen, heißt es von der Altstoff Recycling Austria auf einer Industriekonferenz der UNO in Wien.

Gesellschaften und die Industrie weltweit müssen sich rasch etwas einfallen lassen, um nicht immer mehr Müll zu produzieren. Kreislaufwirtschaft kann dabei ein Teil der Lösung sein. Dazu fand am Wochenende eine internationale Konferenz zur Umsetzung des EU-Aktionsplanes zur Kreislaufwirtschaft statt. Offizieller Veranstalter der Konferenz war die Unido, die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung.

"Kreislaufwirtschaft ist mindestens ebenso ein Thema der Rohstoff- und Wirtschaftspolitik wie des Umwelt- und Klimaschutzes", sagt Christoph Scharff, Vorstand der Altstoff Recycling Austria. Das erfordere enorme Investitionen in Forschung und Innovation, so Scharff weiter. Die ARA war Mitveranstalter der Konferenz.

Österreich: Derzeit wird nur ein Drittel der Grundstoffverpackungen recycelt

Österreich habe heute schon nahezu alle EU-Ziele für 2025 erreicht, sagte Scharff. Im Grundstoff-Bereich gebe es aber noch Handlungsbedarf: Derzeit werden 34 Prozent der 300.000 Tonnen Grundstoffverpackungen recycelt. Das sind 100.000 Tonnen. Die EU fordert ab 2025 aber 50 Prozent. Das wären dann 150.000 Tonnen, erläuterte Scharff. "Das geht nicht nur alleine mit den Konsumenten dank der Mülltrennung, aber auch nicht nur alleine mit der Industrie. Wir brauchen Produkte und Verpackungen die viel recyclinggerechter sind, damit die Kreislaufwirtschaft erfolgreicher wird."

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In Österreich gibt es auch das ReUse- und Reparaturnetzwerk RepaNet (www.repanet.at). Voriges Jahr wurden damit 1.500 Arbeitsplätze für Benachteiligte geschaffen. Sie retteten 10.700 Tonnen an Gütern vor der Vernichtung und führten sie der Wiederverwendung zu. "Immer öfter erschweren jedoch Kürzungen in der Arbeitsmarktförderung die Bedingungen für die sozialwirtschaftlichen ReUse- und Reparaturbetriebe", schlug RepaNet erst kürzlich Alarm.

Industrie muss ihre Produkte anders gestalten

"Auch die Industrie muss so gestaltet werden, dass sie die Nachhaltigkeit mehr miteinbezieht", sagte Hiroshi Kuniyoshi, stellvertretender Generaldirektor der UNIDO. "Die UNIDO arbeitet auf globaler Ebene an der Entwicklung mehrerer Bausteine für die Kreislaufwirtschaft." So arbeite man in rund 60 Entwicklungsländern daran, bessere Produktionsweisen zu fördern. (red/apa)

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