Nach Insolvenz

Radkersburger Metallwarenfabrik kehrt als Radkersburger Metal Forming zurück

Der steirische Familienbetrieb hat sich nach der Insolvenz einer harten Sanierung unterzogen und 51 Prozent der Anteile abgegeben. Jetzt hat der Hersteller die letzte Quote bezahlt - und freut sich über einen neuen Großauftrag.

Vor rund zweieinhalb Jahren war die südsteirische Radkersburger Metallwarenfabrik mit rund 150 Mitarbeitern insolvent und konnte nur durch einen Sanierungsplan gerettet werden. Nun hat das Unternehmen die letzte Quote bezahlt und sich neu aufgestellt: Der Familienbetrieb hat sich Sanierer Erhard Grossnigg mit seinen Partnern ins Boot geholt. Zuletzt zog man einen 28-Mio.-Euro-Auftrag an Land.

Großteil der Kunden bleibt auch nach der Insolvenz beim Hersteller

Die Unternehmen firmiert nun unter dem Namen Radkersburger Metal Forming (rm) und beschäftigt rund 120 Mitarbeiter. Der Umsatz lag eigenen Angaben zufolge 2015 bei rund 14,2 Mio. Euro (2014: 15,5). Man sei zwar noch nicht am Stand vor der Insolvenz, aber der Auftrag eines Luxusautomobilherstellers soll die Blechspezialisten wieder ein Stück weiter an die alte Form bringen, schilderte der neue Geschäftsführer Wolfgang Kaltenegger gegenüber der Austria Presse Agentur. Die Insolvenz hatte zum Vorteil der rm keinen Kundenwegfall bedeutet: "Der größte Teil blieb und sie haben uns auch bei der Sanierung unterstützt. Damit haben wir die schwierige Zeit überstanden", so der Geschäftsführer.

Grossnigg und seine Partner sowie auch die Familie Merlini haben frisches Kapital in die Gesellschaft eingebracht. Die Eigentumsverhältnisse haben sich nach der Insolvenz geändert: Merlini gehören noch 49 Prozent des Unternehmens, Grossnigg und Partner 51 Prozent.

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Der Umsatz für 2016 soll in etwa bei dem von 2015 liegen, für 2017 werden die Zahlen von 2014 angepeilt. Der 28-Mio.-Euro-Auftrag ist für die Dauer von acht Jahren ausgelegt und soll im kommenden Jahr zu einem "Umsatzhoch" führen, erklärte Kaltenegger. Mit dem aktuellen Mitarbeiterstand sei der Betrieb derzeit gut ausgelastet, etwa zehn Lehrlinge werden ausgebildet.

Spezialisierung auf zwei Branchen

Für die Zukunft will sich das Unternehmen vor allem auf zwei Branchen spezialisieren: Medizintechnik und Automobile. Schon bisher fertigte die rm Teile für Medizintechnikhersteller - etwa Metallgefäße für Blutzentrifugen. Für die Medizin seien laut Kaltenegger spezielle Anforderungen gegeben wie zum Beispiel besonders glatte Oberflächen. Das erfordere vor allem Genauigkeit.

Im Automobilbereich haben die Radkersburger vor rund zwei Jahren den Großauftrag des Luxusautobauers an Land gezogen. Seither wurden die geforderten Luftfederkomponenten entwickelt und Prototypen gebaut: "Mitte Dezember läuft nun die Produktion der Teile an", schilderte der Geschäftsführer. (APA/red)

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