Energie

Putin in Belgrad: Serbien vereinbart große Projekte bei Bahnbau und Energie

Beim Besuch russischer Regierungsvertreter in Belgrad haben Russland und Serbien 21 Abkommen vereinbart - unter anderem die Modernisierung der Eisenbahn des Landes, den Ausbau des Energiesektors und den Verlauf von Gazproms neuer Gasröhre Turkish Stream durch Serbien.

Anlässlich des Besuches von Russlands Staatschef Wladimir Putin in Belgrad haben Russland und Serbien 21 verschiedene bilaterale Abkommen unterzeichnet.

Das wichtigste im Wert von 230 Mio. Euro betrifft die Modernisierung der serbischen Eisenbahnen. Vereinbart wurde auch die Ausweitung der Kapazitäten des serbischen Gasdepots in der Vojvodina.

Zur Sprache kam auch der Bau eines Zweiges der Pipeline Turkish Stream, der über Serbien führt. Russland wäre bereit, dafür 1,4 Milliarden Dollar (1,23 Milliarden Euro) zu investieren, sagte Putin.

Moskau: Die Kosovo-Frage nach UN-Resolution von 1999 behandeln

Von Moskau werde eine für beide Seiten - Belgrad und Prishtina - annehmbare Lösung der Kosovo-Frage auf Basis der UNO-Resolution 1244 (vom Juni 1999) unterstützt. Dies erklärte Russlands Präsident Wladimir Putin nach seinem Treffen mit Serbiens Präsidenten Aleksandar Vucic in Belgrad. Die genannte UNO-Resolution behandelt den seit 2008 unabhängigen Kosovo als einen Bestandteil Serbiens.

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Allerdings habe Prishtina kürzlich einige provokative Schritte unternommen, warnte Putin ferner unter Hinweis auf die Entscheidung des kosovarischen Parlamentes vom 14. Dezember über die Bildung einer eigenen Armee, was eine Verletzung der UNO-Resolution 1244 darstellen würde. "Russland teilt die Besorgnis der Bürger Serbiens", meinte Putin, da die Bildung einer Armee die ganze Region destabilisieren könnte.

"Hohe Stufe der Übereinstimmung in allen Fragen"

Während Putin von einem "sehr erfolgreichen Treffen" mit Vucic sprach, lobte Serbiens Präsident eine "hohe Stufe der Übereinstimmung in allen Fragen".

Zu einer eventuellen Vermittlung Russlands in der Kosovo-Frage meinte Vucic, dass es "klar ist, dass es ohne Russland auch wegen seiner Position im UNO-Sicherheitsrat keine Lösung" geben werde. Serbiens Präsident sieht derzeit allerdings gar keine Lösung für die Kosovo-Frage in Sicht. "Es ist unrealistisch, eine Lösung in Bälde zu erzielen", meinte er. Belgrad sei allerdings jederzeit zu Gesprächen und Kompromissen bereit, werde jedoch die Erniedrigungen nicht hinnehmen, unterstrich Vucic.

Kosovo hat Zölle auf serbische Produkte massiv erhöht

Nachdem die kosovarische Regierung am 21. November die Zölle für Waren aus Serbien drastisch erhöht hatte, hatte Vucic die Fortsetzung des EU-vermittelten Dialogs zwischen Belgrad und Prishtina an ihre Aufhebung geknüpft.

Russlands Präsident hat Vucic bei ihrem 14. Treffen mit dem Alexander-Newski-Orden ausgezeichnet.

Der Besuch Putins in Belgrad sollte durch die Besichtigung der Heiligen-Sava-Kirche abgeschlossen werden, wo sich bereits am frühen Nachmittag tausende Anhänger der zwei Präsidenten versammelt haben. Ihre Anreise hatte die regierende Serbische Fortschrittspartei (SNS) organisiert. Erwartet wurden mehr als 70.000 Menschen. Moskau hatte seit 2014 bereits 10 Millionen Euro für die Anfertigung von Ikonen in der serbischen Kirche gespendet, heute wurde eine weitere Finanzhilfe im Wert von fünf Millionen Euro angekündigt. (apa/red)

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