Mineralölindustrie

Proteste vor der OMV-Zentrale in Neuseeland

Die Regierung Neuseelands vergibt keine Lizenzen für Ölbohrungen vor der Küste. Die OMV hält aber eine Lizenz, die noch vor diesem Beschluss vergeben wurde - in einem Gebiet, das ein wichtiger Lebensraum für Wale und Delfine ist.

Greenpeace-Aktivisten haben im neuseeländischen Wellington auf dem 116 Meter hohen Gebäude der OMV-Zentrale protestiert. Sie entrollten ein Transparent mit der Aufschrift "OMV, Finger weg von Walen!". Denn der österreichische Öl- und Gaskonzern will noch diesen Herbst vor der Küste Taranaki nach Öl bohren, so die Umwelt-NGO.

Die Gegend ist Greenpeace zufolge für ein erhöhtes Aufkommen von Blauwalen bekannt. In der Nähe befinde sich auch ein wichtiges Habitat für Maui-Delfine. "Mit rund 60 Tieren gehört diese Delfinart zu den gefährdetsten weltweit. Greenpeace fordert daher von der OMV, sich aus Neuseeland zurückzuziehen und eine klimafreundliche Strategie umzusetzen", hieß es.

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Vor rund einem Jahr hat die neuseeländische Regierung laut der Umwelt-NGO beschlossen, keine neuen Öl- und Gasbohrungen in Küstennähe zu genehmigen. Bereits vor diesem Zeitpunkt vergebene Lizenzen, wie jene an die OMV, sind von der neuen Regelung nicht betroffen. Trotzdem würden sich immer mehr Ölkonzerne aus den neuseeländischen Gewässern zurückziehen.

"Die OMV ist mittlerweile der letzte große internationale Ölkonzern in Neuseeland. Andere Konzerne haben sich bereits von den fossilen Energien in Neuseeland verabschiedet. Es wird Zeit, dass auch die OMV der klimafreundlichen Zukunft Neuseelands nicht mehr im Wege steht", sagte Lukas Meus, Meeresexperte bei Greenpeace in Österreich. (apa/red)