Stahlindustrie

Proteste bei Thyssenkrupp: Mitarbeiter befürchten einen "Kahlschlag"

Beschäftigte des deutschen Stahlkonzerns Thyssenkrupp protestieren gegen die geplanten massiven Einschnitte. "Wir befürchten, dass die Zahl viel größer sein wird als bisher bekannt", sagt Günter Back, Chef des Betriebsrats in der Stahlsparte.

Nach der Ankündigung eines Sparprogramms für die Stahlsparte von Thyssenkrupp setzen Beschäftigte ihre Protestaktionen fort. In dem von den Abbauplänen besonders betroffenen Werk in Duisburg-Hüttenheim sei es erneut zu einer Unterbrechung der Produktion gekommen, nachdem sich rund 200 Mitarbeiter zu einer Informationsveranstaltung versammelt hätten.

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Laut dem Betriebsrat Werner von Häfen fürchte die Belegschaft nach dem bereits geplanten Abbau von rund 300 Stellen in dem Duisburger Grobblechwerk nun die Streichung von weiteren 600 bis 700 Jobs. Am Nachmittag wollten sich die Stahl-Betriebsräte des Konzerns treffen, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Der Industriekonzern Thyssenkrupp hatte am Freitag geplante Einsparungen in Höhe von 500 Mio. Euro in den nächsten drei Jahren und die Schließung von Teilanlagen angekündigt. Nach Angaben des Betriebsrats sollen die Anlagen zur Verarbeitung von Grobblech in Duisburg-Hüttenheim und Bochum vor der Schließung stehen.

Stahlbetriebsratschef wirft der Konzernführung eine "Salamitaktik" vor

"Wir befürchten, dass die Zahl viel größer sein wird als bisher bekannt", sagte Stahlbetriebsratschef Günter Back der Nachrichtenagentur Reuters. Er warf dem Vorstand eine Salami-Taktik vor. Back zufolge sollen durch die sofortige Schließung von insgesamt zwei Anlagen in Bochum und Duisburg bis zu 350 Jobs gestrichen werden. Das sei aber nicht alles. Vor allem in den Bereichen Verwaltung, Logistik, Instandhaltung, Reparatur und Vertrieb könne es zu einem Kahlschlag kommen. Dort sind Tausende Mitarbeiter beschäftigt.

(dpa/reuters/apa/red)