Maschinenbau

Produktpiraterie sorgt im Maschinenbau für Milliardenschäden

Der illegale Nachbau von Anlagen nehme jedes Jahr zu, heißt es beim deutschen Fachverband VDMA. In China, Deutschland und Russland floriert inzwischen der Handel mit gefälschten Maschinen und Komponenten.

Die Maschinenbauer in Deutschland beklagen immer höhere Schäden durch den illegalen Nachbau ihrer Anlagen. Durch Produkt- und Markenpiraterie entstehe ein Milliardenschaden, der in den beiden vergangenen Jahren sogar noch größer geworden sei, hieß es in einer veröffentlichten Erhebung des Branchenverbandes VDMA.

Der jährliche Schaden liege inzwischen bei 7,6 Mrd. Euro. 2018 waren es noch 7,3 Mrd. Euro. Ein Umsatz in dieser Höhe würde im Maschinenbau umgerechnet knapp 35.000 Arbeitsplätze bedeuten, hieß es.

Verband: Fälschungen sind eine konkrete Gefahr für die Sicherheit

"Erschreckend dabei ist, dass 57 Prozent der Unternehmen von Fälschungen berichten, die eine Gefahr für die Anlage darstellen", sagte der Leiter des VDMA Competence Center Industrial Security, Steffen Zimmermann. Das zeige, dass es sich bei Plagiaten nicht um Kavaliersdelikte handle. Der Betrieb von gefälschten Maschinen oder Anlagen mit gefälschten Komponenten könne eine echte Gefahr für den Bediener bedeuten.

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In der alle zwei Jahre erhobene Befragung gaben 74 Prozent der Unternehmen an, von Produktpiraterie betroffen zu sein. Bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern liege der Anteil sogar bei 90 Prozent. Beides seien Höchstwerte.

Hotspot China: Bei Produktipiraterie wie beim Coronavirus

Besonders stark blühe der Handel mit gefälschten Maschinen und Komponenten in China. Die Volksrepublik werde mit 61 Prozent als wichtigstes Vertriebsland für Plagiate genannt, gefolgt von Deutschland mit 19 Prozent. Auf dem dritten Platz rangiere erstmals Russland mit 12 Prozent. (reuters/apa/red)

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