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Produktionskosten: Österreich teurer als USA, aber preiswerter als Deutschland

Die Produktionskosten in den USA haben in den vergangenen Jahren deutlich angezogen. Österreich dagegen liegt in einem vergleichsweise guten Mittelfeld - Deutschland und Frankreich, aber auch die Schweiz und skandinavische Länder sind teurer.

Die Produktionskosten in den USA haben in den vergangenen Jahren deutlich angezogen. Die größte Volkswirtschaft der Welt hat zwar immer noch unter den zehn größten Exportländern der Welt hinter China die niedrigsten Produktionskosten, der Abstand ist aber geschrumpft, zeigt eine Studie der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG).

Österreich liegt in dem Global Manufacturing Cost-Competitiveness Index mit 109 Prozent der in den USA anfallenden Kosten im Mittelfeld der Industriestaaten. Deutschland und Frankreich liegen mit jeweils 118 Prozent deutlich über Österreich, skandinavische Länder und die Schweiz mit etwa 120 Prozent sowieso. Deutlich billiger kommt die Produktion in osteuropäischen EU-Ländern wie Polen und Tschechien (jeweils 97 Prozent), Ungarn (98 Prozent) und der Slowakei (101 Prozent). Die Ukraine, aber auch die Türkei haben weniger als 90 Prozent der US-Kosten.

Wobei BCG nur Kosten für Arbeit (bereinigt um die Produktivität), Strom und Gas berücksichtigt. Auch Wechselkurse spielen eine wesentliche Rolle. Die Ausstattung mit Maschinen, der Einkauf von Rohstoffen und indirekte Kosten werden hingegen für alle gleich angenommen. Auch die jüngsten Zölle der USA finden damit keinen Eingang in den Vergleich.

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China hat seit der letzten Berechnung des Indikators leicht an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen, ist also im Vergleich zu den USA günstiger geworden. Hier liegen die Kosten bei 93 bis 95 Prozent des US-Niveaus. In den USA hingegen stiegen die Lohnkosten seit 2012 jährlich um zwei Prozent, während die Produktivität nur um ein Prozent zulegte. Aber auch der Vorteil bei den Gaskosten ist seit 2012 deutlich geschrumpft.

Früher war die Verfügbarkeit von billigen Arbeitskräften das wichtigste Element bei Investitionsentscheidungen, inzwischen gewinnen aber Energie und Logistik zunehmend an Gewicht bei der Berechnung der Gesamtkosten, schreiben die Studienautoren Justin Rose, Ian Colotla, Michael McAdoo und Will Kletter. Je stärker Firmen auf Technologie setzen, die Arbeitskraft im Produktionsprozess ersetzt, desto weniger werden die Arbeitskosten entscheiden. (apa/red)

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