Autozulieferer

Prevent, Gegner der Großen: Führender Manager geht

Nachdem sich der Autozulieferer Prevent direkt und über seine Tochterfirmen mit Volkswagen, Daimler und zuletzt Grammer angelegt hat, bekommt die Gruppe jetzt möglicherweise selbst immer größere Schwierigkeiten.

Der Streit zwischen Volkswagen und mehreren Autozulieferern der Gruppe Prevent sorgte im Vorjahr weltweit für Schlagzeilen. Im Februar wurde der Konflikt zwischen Prevent und dem Autozulieferer Grammer bekannt. Auch gegen Daimler führt die der bosnischen Inhaberfamilie Hastor gehörende Gruppe derzeit einen Gerichtsprozess.

Der ehemalige BMW-Manager Torsten Walter verlässt seine derzeitige Position als Chef der Automotive-Sparte von Prevent. Das hat Prevent gegenüber dem deutschen "Manager Magazin" bestätigt.

Eine Entscheidung mit Signalwirkung, wie Medien in Deutschland meinen. Denn einerseits gehören Wechsel im Management von Autozulieferern zum Branchenalltag. Andererseits werden in diesen Tagen sämtliche Nachrichten aus dem verschwiegenen Firmenkonglomerat des aus Bosnien stammenden Unternehmers Nijaz Hastor mit Argusaugen verfolgt. Denn Prevent ist nicht irgendwer.

Prevent ist nicht irgendwer

Wie berichtet sorgte ein Streit zwischen Volkswagen und mehreren traditionsreichen deutschen Autozulieferer im Vorjahr weltweit für Schlagzeilen. Wegen angeblich nicht eingehaltener Zusagen stoppten die Zulieferer die Belieferung von Volkswagen und blockierten damit tagelang die Produktion des weltgrößten Autobauers. Hier eine Hintergrundanalyse zum Konflikt: Der VW-Zulieferstreit und die Drahtzieher: Wie es wirklich gewesen sein könnte

Dabei war es gar nicht lange her, dass sich Prevent von außen mit unterschiedlichen Firmenkonstrukten bei den eben diesen Autozulieferern eingekauft hatte: VW-Zulieferstreit: Eine Gruppe aus Bosnien als wichtiger Player

Grammer holt "Weißen Ritter" aus China

Erst vor wenigen Tagen wurde der Konflikt zwischen Prevent und dem bayerischen Autozulieferer Grammer bekannt. Auch hier ist Nijaz Hastor nach Angaben von Grammer erst seit rund einem Jahr über zwei seiner Firmen an Bord. Die zu Prevent gehörenden Investmentfirmen Cascade und Halog halten derzeit insgesamt 20,22 Prozent am bayerischen Hersteller.

Dabei hat Grammer etwa 12.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet 1,5 Milliarden Euro Umsatz - ist also knapp dreimal so groß wie die Gruppe Prevent, die jährlich rund 500 Millionen Euro umsetzt.

Den Versuch der bosnischen Unternehmerfamilie, das Management bei Grammer abzulösen, konnte der Zulieferer vorerst abwehren. Dafür zählt er jetzt die chinesische Firma Ningbo Jifeng zu seinen Anteileignern. Grammers Großkunden Volkswagen und Daimler seien "sehr erfreut", hieß es nach dem jüngstem Schachzug.

Auch für Daimler ist Prevent kein Unbekannter: Auch die Schwaben streiten gerade mit der Gruppe wegen gekündigter Aufträge vor Gericht: Nach VW-Zulieferstreit: Auch Daimler überprüft seinen Einkauf

Inhaberfamilie Hastor: "Wechselhafter" Auftragseingang

Und nun nimmt also bei dem Zulieferer, über den die gesamte deutsche Autobranche spricht, mit Torsten Walter immerhin der Chef der Automotive-Sparte den Hut. Genaue Umstände dieser Personalie sind nicht bekannt. Was aber heißt das? Die Familie Hastor berichte von einem "wechselhaften" Auftragseingang und "normalen Zyklen", so das "Manager Magazin".

Es könnte allerdings auch sein, dass die Gruppe die geballte Abneigung der Autokonzerne nun doch noch zu spüren bekommt.

(red)
 

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