Zulieferer

Polytec nach Turbulenzen wieder auf Kurs

Die turbulenten Entwicklungen der Rohstoffmärkte haben auch den Autozulieferer stark belastet. Warum das Management der Polytec-Group dennoch weiterhin von einem Konzernumsatz von rund 575 Mio. Euro ausgeht.

Automobilzulieferer Polytec Gewinnsteigerung

Der börsennotierte heimische Autozulieferer Polytec hat im ersten Halbjahr eine deutliche Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielt. Der Konzerngewinn betrug 6,8 Mio. Euro, im Vorjahreszeitraum stand hier noch ein Verlust von 8,9 Mio. Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug 10,1 Mio. Euro, nach einem Minus von 7,0 Mio. Euro.

Der Konzernumsatz betrug 291,7 Mio. und lag - ob der Covid-19 bedingt niedrigeren Vergleichsbasis - deutlich über der Vorjahresperiode (242,3 Mio. Euro). Der Anstieg sei im Wesentlichen auf die stark erhöhte Nachfrage im Marktbereich Passenger Cars & Light Commercial Vehicles zurückzuführen. Im Marktbereich Commercial Vehicles seien die Umsatzerlöse leicht unter dem Vorjahresniveau gelegen. Die niedrigeren Umsätze im Marktbereich Smart Plastics & Industrial Applications seien auf die im Dezember 2020 vollzogene Entkonsolidierung des Geschäftsbereichs "Industrial" zurückzuführen.

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Rohstoffpreise stark angestiegen

In Folge der Verwerfungen an den internationalen Rohstoffmärkten seien die Einkaufspreise im zweiten Quartal 2021 abrupt und drastisch gestiegen. Die Rohstoffpreissteigerungen hätten im zweiten Quartal Materialaufwandserhöhungen verursacht, die signifikant über der Planung lagen.

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Das Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) stieg von 10,7 auf 24,2 Mio. Euro. Die turbulenten Entwicklungen an den Rohstoffmärkten hätten insbesondere ab dem zweiten Quartal die Ergebnislage spürbar belastet, so Polytec. Zudem hätten im ersten Halbjahr die umfassenden Restrukturierungen und Kapazitätsanpassungen im Vorjahr (Werksschließungen) das Ergebnis aufgrund der hohen Anzahl an Produktionsverlagerungen in andere Polytec-Werke noch belastet. Der Mitarbeiterstand (inklusive Leiharbeiter, FTE-Vollzeitäquivalente) lag per Ende Juni 2021 bei 3.708, nach 3.870 per Ende Juni 2020.

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Ausblick auf das weitere Jahr

Zum Ausblick für das Gesamtjahr heißt es in der Pressemitteilung, das Management der Polytec-Group geht weiterhin von einem Konzernumsatz von rund 575 Mio. Euro aus. Das Ebit werde auf Basis einer Neubewertung der aktuellen Risiken voraussichtlich rund 30 Mio. Euro betragen. Das Erreichen dieses Ausblicks unterliege jedoch bedeutenden Unsicherheiten. Insbesondere die drastisch gestiegenen Materialpreise stellten ein erhebliches Risiko für die Rentabilität auch im zweiten Halbjahr dar. Diesbezüglich seien die laufenden Kundenverhandlungen zur Kompensation der Preissteigerungen essenziell für das Erreichen des Ausblicks. Eine Fortsetzung der kurzfristigen Automotive-Abrufreduktionen über die Sommermonate hinaus, die Verknappung von Rohstoffen, insbesondere Elektronikchips, und die dadurch wiederholt auftretenden Disruptionen der Produktion würden das Ergebnis zusätzlich belasten.

Auch die möglichen negativen Auswirkungen der Coronapandemie auf den Konzernumsatz und die operativen Ergebniszahlen erschweren, laut Unternehmen, den Ausblick.

(apa/red)

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