Zulieferindustrie

Polytec mit falschen Annahmen in der Bilanz

Der Autozulieferer Polytec hat in seinen Abschlüssen für das Jahr 2019 und das erste Halbjahr 2020 falsche Annahmen für die Bewertung des Bereichs CGU Carstyling getroffen.

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Damit wurden das Ergebnis und das Eigenkapital von Polytec zu hoch ausgewiesen. Zu diesem Schluss kam die Österreichische Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR), wie Polytec am Donnerstagnachmittag mitteilte.

Die Werthaltigkeit nahezu des gesamten Firmenwerts für die CGU Carstyling in Höhe von 12,6 Mio. Euro habe zum 31.12.2019 nicht nachgewiesen werden können, kritisiert die OePR laut Mitteilung von Polytec. Die Cashflow-Prognosen würden nicht auf vernünftigen und vertretbaren Annahmen gemäß Rechnungslegungsregeln (IAS 36.33(a)) aufbauen. Das Management habe nicht sichergestellt, dass die Annahmen für die Cashflow-Prognosen mit den effektiven Ergebnissen der Vergangenheit übereinstimmen. Weiters sei entgegen den Annahmen mit einem Wettbewerbsdruck auf die Ergebnismargen zu rechnen.

Aus Sicht von Polytec hat es sich um eine Routineprüfung der OePR gehandelt. Die sich daraus ergebenden Anpassungen in der Bewertung würden bei der nächsten Berichterstattung berücksichtigt. "Wir nehmen das zur Kenntnis und setzen die Änderungen um", so ein Sprecher.

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Polytec mit Sitz in Hörsching hat für das erste Halbjahr 6,8 Mio. Euro Konzerngewinn ausgewiesen. Der Konzernumsatz betrug 291,7 Mio., das Eigenkapital belief sich zuletzt auf knapp 250 Mio. Euro. (apa)