Sichere Automation

Pilz-Österreich-Chef David Machanek: "Wir lösen die normativen Aufgabenstellungen - egal wo auf der Welt"

Warum das Dienstleistungsgeschäft rund um sichere Automation in Zeiten knapper Budgets einen Aufschwung erfährt, schildert Pilz-Österreich-Geschäftsführer David Machanek.

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David Machanek, Geschäftsführer Pilz Österreich

Das ist Arbeitgebertreue: Seit über 18 Jahren arbeitet David Machanek bei Pilz Österreich. Er startete im Kundensupport, wechselte 2007 in den Vertrieb, den er alsbald leitete, und seit heurigem Mai ist er Geschäftsführer der österreichischen Vertriebstochter des auf sichere Automation spezialisierten Unternehmens aus Ostfildern. Die Viruspandemie war da schon passiert, nicht alle Branchen der Industrie freilich traf sie hart wie die Automobilindustrie, die hierzulande - dank diverser Landschaft  - nur in „überschaubarem Ausmaß“ (O-Ton Machanek) zum Pilz-Umsatz beiträgt. Entsprechend positiv die Signale, die Machanek im Markt vorfindet. „Im September setzte der Aufschwung ein, auch der Oktober läuft bisher gut“, sagt Machanek..  

Dienstleistungen als Renner 

Für das in der Tat einiges spricht. Der Motor des Dienstleistungsgeschäfts von Pilz brummt, wie er das zuvor noch nicht getan hat. Umbaumaßnahmen an Maschinen und Anlagen werden in reger Zahl in Angriff genommen, die Palette an Projektinhalten ist bunt. „Von der Anbindung einer systemrelevanten Fertigungsanlage an die Cloud über ein SPS-Upgrade mit Schwerpunkt Sicherheit bis zur Integration eines Roboters in einen bestehenden Prozess ist wirklich alles dabei“, sagt Machanek. Speziell Betreiber nutzten die auslastungsschwächeren Wochen als regenerative Phase.

Ganz oben auf der Shortlist für Investitionen mit hoher Priorität: Die Modernisierung kritischer Kernprozesse - von der Einzelanlage bis zum digitalen Backbone für den Remote-Betrieb von Fabriken. Hinzu kommt die globale Präsenz von Pilz mit weltweit 42 Standorten. Diese in Zeiten eingeschränkter Reisetätigkeit als ganz nützlich zu bezeichnen, wäre eine grobe Untertreibung. Das weitgespannte Netz von Neuseeland über Asien nach Europa und in die USA macht österreichischen Pilz-Kunden eine Inbetriebnahme einer Anlage im Ausland trotz restriktiver Vorgaben bei der Personalentsendung um einiges einfacher.

White Paper zum Thema

„Wir haben das technologische Know-how in den Zielmärkten abrufbar und können von Österreich aus dank guter Vernetzung in die Regionen auch die normative Seite mitdenken bzw. in Zeiten von Reiserestriktionen Inbetriebnahmen weltweit übernehmen“, sagt Machanek. So geschehen dieser Tage bei einem österreichischen Pilz-Kunden im Segment Aerospace, dessen Kunde wiederum in Übersee domiziliert ist.   

Transformation zum Lösungsanbieter 

Und hierzulande? Bei sicheren Sensoren - Stichwort optoelektronische Schutzeinrichtungen oder innovative sichere modulare Türsysteme - beobachtet der Pilz-Österreich-Chef schöne Zuwächse, mit konfigurierbaren Kleinsteuerungen (siehe nebenstehender Artikel). Mit dem in unterschiedlichsten Branchen flexibel einsetzbaren Produkten hat man ohnehin den Nerv der Zeit getroffen.

Auch bei den Robotikmodulen im Portfolio nehme „der Zuspruch bei Kunden zu“, so der 39-jährige. Den Wandel zum Lösungsanbieter hat der Automatisierer dabei freilich längst vollzogen, Katalogvertrieb ist mehr das Ding des abgehängten Mitbewerbs. Das „harte“ technische Produkt, exzellent ausgestaltet, sei in der digital vernetzten Fertigung „nur mehr zu einem Bruchteil die Lösung“, so Machanek. Immer wichtiger dagegen: „Lösungskompetenz im Gesamtprozess“.