Elektroautos

Pilotprojekt: Audi plant mobile Stromtankstelle

Das Laden von Elektroautos bleibt ein Problem: Weil es auch bei Schnell-Ladestationen viel länger dauert als Sprit zu tanken, und weil der Ausbau der Ladestationen aufwendig ist und deshalb nur langsam passiert. Deshalb plant nun Audi eine mobile Pilotanlage, die unabhängig ist vom Stromnetz.

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Eine Besonderheit der Audi-Stromtankstelle ist, dass sie durch Speicherbatterien in den Ladesäulen und Photovoltaik auf dem Dach unabhängig vom Stromnetz ist und damit den Standort wechseln kann.

Cappuccino in der Lounge genießen, während das Auto Strom tankt: Audi will demnächst das Konzept eines Ladeparks für Elektroautos mit einem Pilotprojekt testen. Die Kunden sollten mehrfach davon profitieren, sagte Technik-Vorstand Oliver Hoffmann, "mit einer exklusiven Reservierungsmöglichkeit, einem Loungebereich und einer kurzen Standzeit dank hoher Ladeperformance."

Damit erprobt der deutsche Premiumautobauer Lösungen für ein Kernproblem von Elektroautos: Stromtanken dauert wesentlich länger als Sprit zapfen an der Tankstelle, selbst bei Schnellladestellen, wie Audi sie anbieten will. Außerdem wird das Ladestellennetz nur langsam dichter, so dass mit der steigenden Zahl von E-Autos Warteschlangen unvermeidlich sein werden.

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Die VW-Tochter will außerdem neue Kunden gewinnen: Audi-Fahrer können mit einer halben Stunde Vorlauf einen der sechs Stromtankplätze reservieren und deshalb an der Warteschlange vorbeifahren. In der Lounge soll es außerdem einen exklusiven Bereich für die Kunden der eigenen Marke geben. "Wir wollen Argumente schaffen, dass sich Kunden für den elektrischen Audi entscheiden und nicht für das Wettbewerbermodell", sagte Projektmanager Ralph Hollmig.

Mobile Stromtankstelle - mit Batterien

Eine Besonderheit der Audi-Stromtankstelle ist, dass sie durch Speicherbatterien in den Ladesäulen und Photovoltaik auf dem Dach unabhängig vom Stromnetz ist und damit den Standort wechseln kann. Der Auf- und Abbau dauert insgesamt drei Wochen. Dem Autobauer schwebt vor, bei Großveranstaltungen mit dem "Charging Hub" zur Stelle zu sein oder nur zeitweise verfügbare Flächen in Städten zu nutzen.

Der Standort für die Pilotanlage steht noch nicht fest. Es sei eine Hand voll Orte in Deutschland in der engen Auswahl, Gespräche mit Partnern liefen, erklärte Audi weiter. Ende des Jahres soll dann entschieden werden, ob das Konzept serientauglich ist und europaweit ausgerollt wird. Es würde außerdem im Verbund mit den anderen Marken des VW-Konzerns umgesetzt, um Größenvorteile zu erreichen. (reuters/apa/red)