Luftfahrt

Pilot: "Du diskutierst nicht mit einer MIG-29"

Die Piloten des Ryanair-Flugs über Weißrussland (Belarus) hatten nach Einschätzung eines Experten keine Wahl, als sie von den Behörden zur Landung auf dem Flughafen Minsk aufgefordert wurden.

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Die Piloten des Ryanair-Flugs über Weißrussland (Belarus) hatten nach Einschätzung eines Experten keine Wahl, als sie von den Behörden zur Landung auf dem Flughafen Minsk aufgefordert wurden. "Wenn der Ryanair-Flug nach Minsk beordert wird, muss er dort landen", sagte der Flugsicherheitsberater John Cox. Im Falle einer mutmaßlichen Bombengefahr an Bord würden sich die Piloten an die Anweisungen halten.

Sie würden auch davon ausgehen, dass ein begleitender Militärjet gute Absichten habe. Die Piloten der Passagiermaschinen seien für solche Fälle geschult und es gebe international vereinbarte Signale zur Verständigung. "Es ist ihr Luftraum", sagte ein anderer von Reuters zu dem Vorfall befragter Pilot mit Blick darauf, dass der Ryanair-Flug zum Zeitpunkt der Anweisung über Belarus flog. "Und Sie beginnen keine Diskussion mit einer MiG-29."

Die Behörden in Belarus hatten einen Ryanair-Passagierflug auf dem Weg von Griechenland nach Litauen wegen einer mutmaßlichen Bombendrohung zur Landung in Minsk gedrängt. Dabei war sie von einem belarussischen Militärjet vom Typ MIG-20 begleitet eskortiert worden. Kritiker des Vorgehens sehen darin eine Finte von Belarus, denn nach der Landung in Minsk wurde der Regierungskritiker Roman Protassewitsch festgenommen, der an Bord der Maschine war.  (reuters/apa/red)