Autozulieferer

Pierer-Beteiligung SHW schreibt Verlust

Der deutsche Automobilzulieferer SHW meldet für das vergangene Coronajahr einen Verlust. An diesem Unternehmen hält die oberösterreichische Gesellschaft Pierer Industrie von Stefan Pierer mehr als drei Viertel der Anteile.

Der schwäbische Automobilzulieferer SHW, an dem die Pierer Industrie über drei Viertel der Anteile hält, hat im Coronajahr 2020 einen deutlichen Verlust verzeichnet. Das Konzernergebnis beläuft sich auf ein Minus von 5,06 Millionen Euro nach einem Gewinn von 9,89 Mio. Euro im Jahr 2019. Der Umsatz ging um 9,1 Prozent auf 393 Mio. Euro zurück, wie das Unternehmen mit Sitz in Aalen (Ostalbkreis) mitteilte.

"Nichts hat uns im Jahr 2020 so sehr in Atem gehalten wie das Coronavirus", teilte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Plasser mit. Bereits zu Beginn des Jahres seien die Auswirkungen am Standort in China spürbar gewesen. Für das kommende Jahr rechnet der Spezialist für Pumpen, Motorteile und Bremsscheiben mit einem Umsatz von 420 bis 460 Mio. Euro für den Fall, dass es keine weitere "signifikanten Beeinträchtigungen aufgrund der Coronapandemie" mehr gebe.

Rückzug von der Börse geplant

Das Unternehmen hatte zuvor bereits mitgeteilt, sich von der Börse zurückziehen zu wollen. Die Aktien von SHW würden ab April nicht mehr in den bisherigen Index an der Börse München einbezogen, die Einbeziehung in den Freiverkehr der Börse München werde zum Ende des Jahres widerrufen, hieß es.

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Dies wurde mit einer guten Finanzlage begründet. Zudem gebe es die Möglichkeit der Finanzierung durch die Pierer-Gruppe. Die österreichische Pierer Industrie hält nach eigenen Angaben 77,4 Prozent der Anteile an SHW. Als weiterer Grund wurden die Pflichten an der Börse genannt, "vertriebsrelevante Themen offenzulegen". Das sei aufgrund der erhöhten Wettbewerbssituation ein Nachteil.

Das vormals unter dem Namen Schwäbische Hüttenwerke agierende Unternehmen gehört zu den ältesten Firmen des Landes und ist ein wichtiger Zulieferer der Automobilindustrie. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben rund 1.600 Mitarbeiter. (dpa-afx/apa/red)

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