Medizintechnik

Philips: Aufträge mit der Coronakrise stark gestiegen

Die Coronakrise verschafft dem niederländischen Elektrokonzern einen Auftragsboom: Zuletzt ist der Auftragseingang um 23 Prozent gestiegen. In den kommenden Monaten will Philips die Produktion von Beatmungsgeräten vervierfachen.

Eine höhere Nachfrage im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat beim niederländischen Medizintechnikkonzern Philips im ersten Quartal für einen Auftragsboom gesorgt. Der Auftragseingang stieg auf vergleichbarer Basis um 23 Prozent, wie der Konkurrent von Siemens Healthineers in Amsterdam mitteilte.

Bereits im ersten Quartal habe Philips die Produktion von Beatmungsgeräten erhöht. Das Unternehmen plane, die Produktion bis zum dritten Quartal zu vervierfachen. Philips investiere hierfür mehr als 100 Mio. Euro. Im laufenden Jahr will der Medizintechnikkonzern 43.000 voll funktionsfähige Beatmungsgeräte für die Intensivpflege an die US-Regierung liefern und weitere an den Rest der Welt.

Am Aktienmarkt kam die Quartalsvorlage gut an. Die Aktie legte im Vormittagshandel um mehr als sechs Prozent zu. Zwar sei der Jahresstart schwächer gewesen als gedacht, schrieb Analyst Scott Bardo von der Privatbank Berenberg. Der wegen der Coronakrise angepasste Jahresausblick impliziere aber kein Desaster. Für Analyst David Adlington von der US-Bank JPMorgan war das Zahlenwerk ungewöhnlich, da wegen der Coronakrise keine realistischen Konsensschätzungen vorgelegen hätten. Insgesamt hätten die Resultate aber im Rahmen seiner Erwartungen gelegen.

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Das Geschäft sei seit Ende Jänner in China und Asien und seit März im Rest der Welt von den Auswirkungen des neuartigen Coronavirus betroffen, sagte Konzernchef Frans van Houten. Alle Regionen würden auch noch im zweiten Quartal die Pandemie zu spüren bekommen. Dabei sollte sich die Coronakrise im zweiten Jahresviertel noch stärker als im Auftaktquartal auf das Geschäft auswirken, sagte van Houten in einem Fernsehinterview mit Bloomberg.

Für das zweite Halbjahr rechnet der Philips-Chef mit einer Rückkehr zur Normalität und wieder mit Wachstum und einer höheren Profitabilität. Für das laufende Jahr peilt das Unternehmen einen moderaten Anstieg beim Umsatz auf vergleichbarer Basis und eine verbesserte bereinigte Ebita-Marge an. Wegen der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Coronavirus wollte Philips jedoch keinen konkreten Ausblick geben.

Im ersten Quartal sank der Nettogewinn von 162 Mio. Euro im Vorjahr auf 39 Mio. Euro. Der Umsatz schrumpfte im Jahresvergleich auf vergleichbarer Basis, also ohne Währungseinflüsse sowie Zu- und Verkäufe, um 2 Prozent auf 4,2 Mrd. Euro. Deutliche Einbußen verzeichnet Philips im Bereich Personal Health - das Geschäft mit Konsumentenprodukten wie Unterhaltungselektronik und Elektro-Hausgeräten. Besonders schwach entwickelte sich das Geschäft in China - dort verzeichnete das Unternehmen einen zweistelligen Rückgang. (dpa-afx/apa/red)

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