Branchenkonjunktur

Markt-Kannibalisierung

Teure Genehmigungsverfahren, Preisdruck und abgelaufene Patente bei Blockbuster-Arzneien setzen die pharmazeutische Industrie unter Druck. Doch der Einstieg ins Generika-Geschäft – und neue Absatzfelder in der personalisierten Medizin – sorgen für Optimismus in der Branche. Von Josef Ruhaltinger

Chemische Industrie Baxter Sandoz Top-250 Unternehmen

Zugleich herrscht ein tödlicher Preiskampf, den Patentabläufe bei den umsatzstarken Arzneien anheizen. 2012 war so gesehen ein Jahr des Schreckens. In diesen zwölf Monaten verloren die Konzerne Patente für Arzneien, die insgesamt einen Umsatz von 33 Milliarden US-Dollar (27 Milliarden Euro) einspielten. Aus einem Blockbuster wird so ganz schnell ein Generikum, das zu einem Bruchteil des Preises gemixt werden darf.

Bis 2018 werden Patente für weitere 290 Milliarden US-Dollar Umsatz verloren gehen – fast ein Drittel des derzeitigen Marktes. Die beiden Mittel mit den weltweit höchsten Umsätzen haben ihre US-Patente bereits verloren: Der Blutverdünner Plavix (9,3 Milliarden US-Dollar Umsatz weltweit) von Sanofi im Mai 2012, der Cholesterinsenker Lipitor von Pfizer (12,5 Milliarden) mutierte bereits im Herbst 2011 zum Generikum.

Der Erlös des Konzerns brach daraufhin 2012 um zehn Prozent ein. 2013 rechnet Konzernchef Ian Read mit einem weiteren Umsatzrückgang. Für den Kunden sind die Auswirkungen zumindest erfreulich. Eine Arznei, die in Österreich vorher 11,32 Euro gekostet hat, wird als Generikum um 5,56 Euro angeboten. Die Ersparnis für das heimische Gesundheitssystem: Allein bei diesen Medikamentengruppen satte 100 Millionen Euro.
 
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