Branchenkonjunktur

Pharmazeutische Industrie: Zukunftsfit

Teure Genehmigungsverfahren, Preisdruck und abgelaufene Patente bei Blockbuster-Arzneien setzen die pharmazeutische Industrie unter Druck. Doch der Einstieg ins Generika-Geschäft – und neue Absatzfelder in der personalisierten Medizin – sorgen für Optimismus in der Branche. Von Josef Ruhaltinger

Chemische Industrie Baxter Sandoz Top-250 Unternehmen

Der Gemeine Holzbock trägt sein Wesen schon im Namen. Er ist ein fleißiger Überträger des FSME-Virus – und als solcher naturgemäß jene Art der Schildzecke, die Forscher der MedUni Wien und des Pharmariesen Baxter nicht zur Ruhe kommen lässt: Die von Ixodes ricinus übertragene Borreliose-Infektion lässt sich nur im Anfangsstadium im Zaum halten. Gegen Langzeitfolgen wie Lähmungen oder Schlafstörungen dagegen gibt es bis heute keine echte Hilfe. Eine Impfung könnte vor Dauerschäden schützen – die Ergebnisse in den beiden ersten klinischen Studienphasen sind auch ermunternd. In fünf bis acht Jahren könne man mit dem Impfstoff rechnen, meinte ein Wiener Infektologe kürzlich in Ö1.
 
Ein Optimismus, der freilich nicht allerorten geteilt wird. Der Weg bis zur Zulassung ist nämlich ein steiniger. Entscheidet sich der Hersteller Baxter wirklich für die Borreliose-Impfung, müsste er Phase III der klinischen Prüfung – die Erprobung des Impfstoffs an über 10.000 Testpersonen – überstehen. Dann erst könnte er bei der Europäischen Arzneimittelagentur einen Antrag auf Zulassung des Wirkstoffes stellen. Und das kostet Geld. Viel Geld.

Lesen Sie weiter: Standort Österreich ließ Federn