Papier

Papierverarbeiter mit flachem Wachstum

Für Österreichs Papierverarbeiter wird auch 2012 durchschnittliches Jahr. Die Branche entwickelt sich – anders als in den Vorjahren – parallel zum BIP.

Georg Fischer Top-250 Unternehmen

„Wir sind eine typische Zuliefererbranche, unsere Konjunktur ist fremdgesteuert“, sagt Georg Fischer, CEO von Smurfit Kappa und Präsident des Fachverbandes der Papierverabeitenden Industrie (PPV) bei einer Pressekonferenz in Wien. Seine Branche, die in Österreich etwa 9000 Arbeitnehmer beschäftigt, verzeichnete 2011 ein Mengenwachstum von 0,7 Prozent, heuer rechnet man mit etwa einem Prozent. Hatten die abgesetzten Produktionswerte im Vorjahr noch um über zehn Prozent zugenommen,  ist die Entwicklung in diesem Jahr verhaltener. Im ersten Quartal betrug die Wertentwicklung plus 0,1 Prozent bei einem Mengenrückgang um 1,4 Prozent.
„Früher war der Faktor zum BIP etwa 2, nun entwickelt sich unser Geschäft analog zum Bruttoninlandsprodukt“, sagt Fischer. Grund dafür sei die Verunsicherung der Kunden durch die gesamtwirtschaftliche Lage.  Herwig Schneider, Geschäftsführer des Industriewissenschaftlichen Institutes  konstatierte bei der Vorstellung einer Branchenstudie den Papierverarbeitern „nicht so viel Dynamik beim Wachsen, dafür fällt man auch nicht so weit hinunter.“
Ingesamt ist die Branche wieder auf Vorkrisenniveau, so bemerkt Schneider. In der neuen Studie seines Instituts wird der volkswirtschaftliche Beitrag der Papierverarbeiter beziffert: er beträgt demnach 3,93 Milliarden Euro und sorgt für 29.500 Beschäftigungsverhältnisse. In einem Vergleichsverfahren werden die PPV-Unternehmen anderen Branchen gegenübergestellt. So ist in den vergangenen fünf Jahren die Wertschöpfung pro Beschäftigtem um fast vier Prozent gestiegen, während sie in der restlichen Industrie um 2,46 Prozent sank. Weitere Erkenntnisse: der Anteil der Bruttoinvestitionen am Produktionswert liegt mit 7,12 Prozent weit über dem Industrieschnitt (1,34 Prozent), mit einem Personalkostenanteil von 23,52 Prozent liegt man im oberen Feld der produzierenden Unternehmen. 
Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie bei den Dokumenten zum Artikel. 

(HFZ)