Förderungen

Papierindustrie protestiert gegen Verschwendung von Holz

Die heimische Papierindustrie kritisiert, dass mit Geld vom Staat die Verbrennung von Holz für die Stromerzeugung gefördert werde: "Holz ist zu wertvoll, um es in Großfeuerungsanlagen einfach zu verheizen", so Austropapier.

Weil die subventionierte Verbrennung von Holz zur Stromerzeugung den Rohstoffpreis für die Papierindustrie in die Höhe treibt, fordert die Industrie eine grundlegende Reform des Ökostromgesetzes. Künftig sollte es statt Einspeisetarifen eine Investitionsförderung geben, sagt die Geschäftsführerin des Branchenverbands Austropapier, Gabriele Herzog. Austropapier ist die Vereinigung der österreichischen Papierindustrie, die mit 24 Betrieben jährlich fast 5 Mio. Tonnen Papier, Karton und Pappe erzeugt.

"Ein ineffizienter Irrweg"

"Holz ist zu wertvoll, um es in Großfeuerungsanlagen einfach zu verheizen", kritisierte die Austropapier-Chefin in einer Aussendung. "Es ist ganz einfach auch volkswirtschaftlich sinnvoller, zuerst Produkte herzustellen, dieser wiederzuverwerten und erst am Ende des Lebenszyklus Energie zu gewinnen. Die holzbasierte Stromerzeugung ist ineffizient und ein Irrweg."

Eine Umstellung des Fördersystems von garantierten Einspeisetarifen auf investitionsbasierte Förderungen wäre für alle Stromkonsumenten billiger und es würden nur Kraftwerke gebaut, deren Finanzierung von einer längerfristigen Förderung unabhängig ist, argumentieren die Papiererzeuger.

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Biomasse profitiert am stärksten von den Förderungen

Ökostromanlagen seien 2014 mit 846 Mio. Euro gefördert worden, zitiert Austropapier aus dem jüngsten Ökostrombericht der E-Control. Das sei gegenüber 2013 eine Steigerung um 13,2 Prozent. Mit einem Anteil von 36 Prozent hätten Anlagen auf Basis von fester Biomasse (Holz) bisher am stärksten von den Förderungen profitiert, vor Windkraft mit 29 Prozent und Kleinwasserkraft mit 17 Prozent. (apa/red)

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