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Palfinger: Starkes Umsatzplus und neue Digitalisierungspläne

Trotz spürbarer Einbußen in der Marinesparte hat der Salzburger Kranbauer für das Vorjahr ein positives Konzernergebnis vorgelegt. Der Umsatz kletterte um knapp zehn Prozent nach oben. Für die Zukunft arbeitet Palfinger an neuen digitalen Services.

Der Kranhersteller Palfinger erzielte für das Geschäftsjahr 2018 ein weiteres Wachstum. Der Umsatz stieg um 9,8 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Einbußen von 10,2 Prozent gab es im Marktsegment "Sea". Für die Zukunft sollen neue digitale Innovationen die Service- und Produktionsleistungen verbessern.

Konzernchef Klauser: "Palfinger ist weltweit Nummer eins"

"Palfinger ist weltweit die Nummer 1, was 'Lifting Solutions' betrifft. Das ist nicht nur Wunschdenken, sondern das belegen auch die Zahlen", sagte CEO Andreas Klauser im Rahmen einer Pressekonferenz. Der Umsatz stieg um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das Konzernergebnis belief sich auf 58,0 Mio. Euro.

Die Auftragseingänge sind laut Klauser bis Juni 2019 abgedeckt und auch künftig erwartet sich die Palfinger AG eine Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung. Als wirtschaftliches Ziel wurde für das Jahr 2022 eine Umsatzsteigerung auf rund 2 Mrd. Euro genannt sowie eine EBIT-Marge von 10 Prozent.

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Wachstum in allen Segmenten der Sparte "Land"

Das Marktsegment "Land", also beispielsweise Ladekräne für Lkws oder Eisenbahnsysteme, wies im Jahr 2018 in allen operativen Regionen positive Wachstumszahlen aus. Der Umsatz erhöhte sich um 13,8 Prozent auf 1,39 Mrd. Euro. Vor allem in Südeuropa sieht man einen Nachholbedarf und positive Wachstumsaussichten. Aber auch China, wo man in einem Joint Venture mit dem Baumaschinen-Hersteller SANY zusammenarbeitet, wird trotz gedämpfter Wachstumsraten weiterhin als Zukunftsmarkt gesehen.

Flaute im Marinebereich

Für den Bereich "Sea" mit Produkten wie Marinekränen, Rettungsbooten oder Hebevorrichtungen für Ölplattformen erwies sich das Marktumfeld als schwierig.

INDUSTRIEMAGAZIN berichtete im Dezember zu dieser Sparte:
Palfinger Marine: Untiefen >>

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2018 ging um 10,2 Prozent auf 216,3 Mio. Euro zurück. Hier wurde die stagnierende Ölbranche als einer der Hauptgründe genannt. Die Restrukturierungskosten im Jahr 2018 beliefen sich auf 19,7 Mio. Euro und hatten die Schließung zweier Standorte in Südkorea und Brasilien zur Folge.

Korrektur der Bilanz 2017

Die Berichtigung einer Firmenwertabschreibung von 52,5 Mio. Euro für die Bilanz 2017 entfiel ebenfalls auf die Business Area Marine. Palfinger muss die Bilanz für 2017 korrigieren, da laut einer Mitteilung der Österreichischen Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR) ein wesentlicher Berichtigungsbedarf hinsichtlich des Firmenwerts der Cash Generating Unit (CGU) Business Area Marine bestand. Dadurch wurde auch das Jahresergebnis 2017 in die Verlustzone gedrückt. Dazu: Palfinger muss wohl seine Bilanzzahlen korrigieren >>

Kranbauer treibt die Digitalisierung voran

Palfinger möchte sich auch auf zukünftige digitale Transformation in der Wirtschaft einstellen. Mit der Agenda "Palfinger 21st" will man Kooperationen mit Start-ups eingehen und Lösungskonzepte im Bereich der künstlichen Intelligenz und automatisierter Produktion entwickeln. Dafür wurde ein Büro mit 15 Mitarbeitern im Wiener Start-up Hub WeXelerate eingerichtet.

Schon jetzt werden Produkte digital vernetzt und der Status aller Maschinen von einer zentralen "Fleet Control" überwacht. Lokale Techniker können über ein "Smarteye", einer Brille mit Kamera, von einer zentralen Servicestelle bei Wartungs- und Reparaturarbeiten unterstützt werden. Neue Steuerungssysteme mit Virtual-Reality-Brillen sollen zudem die Sicherheit von Kranführern außerhalb der Gefahrenzonen erhöhen.

Eine neue Organisationsstruktur soll lokale Produktions- und Vertriebsstädten in das globale Netzwerk einbinden und so beispielsweise etwaige regionale Schwankungen ausgleichen. Die Global Palfinger Organization (GPO) wurde mit 1. Jänner 2019 implementiert.

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Eckdaten zum Unternehmen

Die Palfinger Gruppe mit Hauptsitz in Salzburg besitzt weltweit 35 Produktionsstandorte in 18 Ländern. Das Familienunternehmen spezialisiert sich auf Hebe- und Ladevorrichtungen zu Land wie auf hoher See. 2018 beschäftigte das Unternehmen weltweit 10.780 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. (apa/red)

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