Logistik

Paketversand boomt - Einnahmen pro Packerl fallen

Wegen der guten Konjunktur boomt der Paketversand in ganz Europa, in Österreich gab es allein im Vorjahr ein Plus von neun Prozent. Doch pro Packerl verdienen die Paketlogistiker immer weniger.

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Dank Wirtschaftsaufschwung und Onlineshopping boomt der internationale Paketversand in Europa. "Mittlerweile werden jährlich 720 Millionen Sendungen verschickt, bis 2019 erwarten wir sogar 908 Millionen", heißt es von A.T. Kearney.

Der europäische Markt für internationale Kurier-, Express- und Paketdienste ist auf Wachstumskurs: Im Vorjahr stiegen die Umsätze im Jahresvergleich in 13 untersuchten Ländern um fünf Prozent auf 16,2 Mrd. Euro. Die Anzahl der Sendungen stieg um zehn Prozent auf 720 Millionen. Das geht aus einer Studie des Unternehmensberaters A.T. Kearney hervor.

Auch der österreichische Markt ist 2016 um neun Prozent gewachsen. Weil immer öfter online eingekauft wird, wächst das Geschäft mit Privatkunden stärker als jenes im B2B-Bereich.

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Paketdienstleister verdienen immer weniger

Die Einnahmen pro Paket sinken aber. Kurierdienste müssten über kurz oder lang Zuschläge einheben - etwa zu Weihnachten, wenn besonders viele Packerl verschickt werden.

Die Paketdienstleister kämpfen jedoch mit sinkenden Einnahmen pro Sendung: "Immer mehr leichte Pakete, fallende Kraftstoffpreise und der Trend zu Transporten innerhalb Europas drücken die Einnahmen pro einzelner Sendung nach unten", so Jan Matuska, Manager und Transportexperte bei A.T. Kearney die Herausforderungen der Branche.

Viele Kunden seien auch nicht bereit, höhere Grundpreise für Dienstleistungen zu bezahlen - daher müssten Kurier-, Express- und Paketunternehmen sich vor allem in Hochphasen wie Weihnachten darauf einstellen, Zuschläge zu erheben.

Zudem müsse sich die Branche etwas für die letzten Meter der Lieferungen bis zur Haustür überlegen. "Die Kosten pro Stopp müssen durch höhere Frequenzen gesenkt sowie profitablere Lösungen für E-Commerce-Sendungen gefunden werden", heißt es in der Marktstudie.  (apa/red)