Leuchtmittelhersteller

Osram verkauft seine Lampensparte an Chinesen

Der deutsche Leuchtmittelhersteller Osram verkauft sein traditionsreiches Lampengeschäft an drei Bieter aus China. Der Preis liegt bei rund 400 Millionen Euro. Wie es heißt, ist vorerst kein Jobabbau geplant.

Der Leuchtmittelhersteller Osram verkauft nach rund einjähriger Suche sein Lampengeschäft an ein Bieter-Trio aus China. Der LED-Spezialist MLS übernehme gemeinsam mit den Finanzinvestoren IDG und Yiwu die Tochter namens Ledvance für mehr als 400 Millionen Euro, teilte der Konzern in München nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

Damit trennt sich Osram nicht nur von seiner größten Sparte mit zuletzt rund zwei Milliarden Euro Umsatz und 12.500 Mitarbeitern, sondern auch vom Geschäft mit Endkunden. Der Hersteller will weg von klassischen Glühbirnen und Halogenlampen und sich stattdessen auf LED-Technik und einträgliche Spezialbeleuchtung für Autos konzentrieren. Die Transaktion sei "ein Meilenstein" für Osram, sagte Vorstandschef Olaf Berlien.

Trennung vom Lampengeschäft

Der Manager hatte die Trennung vom Lampengeschäft vor rund einem Jahr angekündigt. Osram soll sich künftig auf die Produktion von LED-Chips fokussieren und dafür Milliarden investieren, etwa in eine Fabrik in Malaysia. Für diesen Kurs hagelte es Kritik, unter anderem vom Großaktionär und einstigen Mutterkonzern Siemens. Berlien sieht sich indes durch jüngste Gewinnzuwächse bestätigt.

White Paper zum Thema

Zur Zukunft des Lampengeschäfts unter chinesischer Ägide äußerte sich Osram erwartungsvoll: Ledvance und die neuen Eigentümer ergänzten sich sowohl bei den angebotenen Produkten als auch bei den Märkten. Beide Seiten profitierten "von einem deutlich größeren Verkaufs- und Vertriebsnetz" und könnten im gemeinsamen Einkauf Kosten sparen. "Dies sollte den Grundstein für gemeinsames künftiges Wachstum legen", hieß es in der Mitteilung weiter.

Sozialpläne bis Ende 2018

Jobabbau ist demnach nicht vorgesehen. Betriebsvereinbarungen und Sozialpläne würden bis Ende 2018 nicht verändert. "Die vollständige Tarifbindung und der Kündigungsschutz für die Belegschaft in Deutschland bleiben also erhalten." Michael Knuth von der IG Metall Bayern, der zugleich stellvertretender Aufsichtsratschef von Osram ist, sprach von einer guten Nachricht für die Ledvance-Mitarbeiter. Der weltweite Hauptsitz bleibe in Garching.

Wie der Konzern weiter mitteilte, wird das Konsortium den Kaufpreis mit Eigenkapital finanzieren. Zusätzlich zu den 400 Millionen Euro bekomme Osram in den kommenden Jahren Lizenzzahlungen für die Nutzung von Markenrechten. Mit MLS sei zudem eine strategische Liefervereinbarung abgeschlossen worden, wonach die Chinesen LED-Chips aus der neuen Anlage in Malaysia abnehmen werden, wenn dort die Produktion startet.

Der Abschluss der Transaktion wird im Laufe des Geschäftsjahres 2017 erwartet. Die Behörden müssen noch zustimmen.

Der Deal bei Osram reiht sich ein in eine Einkaufsserie chinesischer Bieter in Deutschland. Für Schlagzeilen sorgte zuletzt etwa der Hausgeräte-Hersteller Midea, der den Augsburger Roboterbauer Kuka übernimmt.  (APA/Reuters/red)

Verwandte tecfindr-Einträge