Industriekonjunktur

Optimismus der österreichischen Industrie steigt deutlich an

Die Stimmung in der Industrie in Österreich hat sich zuletzt deutlich aufgehellt. Laut dem Konjunkturbarometer der Industriellenvereiniung bewerten die heimischen Betriebe zum ersten Mal seit zwei Jahren sowohl die Gegenwart als auch die Zukunft positiv.

Im Bild das Konjunkturbarometer Industrie: Das Saldo aus positiven und negativen Erwartungen nach Quartalen seit 2011 bis 2016.

Die Stimmung in der heimischen Industrie ist gut. Auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate sind positiv. Damit schätzen die Industriebetriebe erstmals seit zwei Jahren sowohl die aktuelle Situation als auch jene fürs kommende halbe Jahr positiv ein, sagten der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, und IV-Chefökonom Christian Helmenstein am Donnerstag.

Ohne "externe Erschütterungen" gibt es die Chance, dass sich die gute konjunkturelle Lage in Österreich heuer verfestigt, so die IV-Vertreter. Das wäre schon ohne das Update des Regierungsprogramms möglich, werde dadurch aber noch realistischer - "auch wenn die Regierung teilweise auch mutiger hätte sein können", so Neumayer.

Unter dem Strich hat der Interessensverband eine "Freude mit Regierungsprogramm-Update", wobei dieses aber noch mutiger hätte sein können.

Heiß ersehnt wird weiterhin die Arbeitszeitflexibilisierung, von der sich die IV wegen der Handelnden auf Arbeitnehmerseite keine Lösung der Sozialpartner erwartet, sondern eine Lösung der Regierung im Juni. Gefordert wird auch eine Senkung des Beitrages in den Insolvenzentgeltfonds auf 0,25 oder zumindest 0,30 Prozent - da dieser im Überschuss ist.

Helmenstein erläuterte, dass die internationalen Unsicherheiten aus dem noch unabsehbaren Trump-Effekt, der Ausformung des Brexits, den EU-Russland-Sanktionen und den bevorstehenden Wahlen in den Niederlanden, Deutschland und vor allem Frankreich bestehen.

Positiver Schwung komme hingegen von der "internationalen Konjunkturampel, die auf Grün gesprungen ist", dem "effektiven Leitzins von minus 5 Prozent", und auch einer guten Wechselkursentwicklung des Euro zum Dollar. Fazit der IV: "Die Industrie wird auch heuer wieder der Wachstumstreiber in Österreich sein und deutlich über anderen Branchen wachsen."

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