Autoindustrie

Opel schickt fertig ausgebildete Lehrlinge nach Hause

Alle klagen über fehlende Fachkräfte - bei Opel werden junge Menschen fertig ausgebildet, bekommen Jahresverträge und werden dann im Zuge des Sparprogramms weggeschickt. Mitarbeiter protestieren: Dies sei "ein Angriff auf die Zukunft von Opel und allen seinen Beschäftigten."

Beim Autobauer Opel gibt es Ärger um die Weiterbeschäftigung junger Leute nach Abschluss ihrer Ausbildung. Das Unternehmen bestätigte Informationen der IG-Metall-Vertrauensleute, denen zufolge am Stammsitz Rüsselsheim 50 Ausgebildete gekündigt werden sollen, die nach ihrem Abschluss im Sommer 2018 nur Jahresverträge erhalten hatten.

Grund sei die laufende Neustrukturierung des vom französischen PSA-Konzern übernommenen deutschen Unternehmens. Man sei dazu aber noch in Gesprächen mit dem Betriebsrat, erklärte ein Sprecher.

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Einem gewerkschaftlichen Flugblatt zufolge sollen auch diejenigen Lehrlinge, die im Winter 2019 auslernen, nur Jahresverträge erhalten. Auch an den Standorten Kaiserslautern, Eisenach und Bochum werde die Ausbildung zurückgefahren. So etwas sei in der Opel-Geschichte noch nie passiert. "Das ist nicht nur ein Angriff auf die Jugend, es ist ein Angriff auf die Zukunft von Opel und allen seinen Beschäftigten!", heißt es in dem Aufruf zu Protestunterschriften.

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Personalabbau schon jetzt "übererfüllt"

In der Rüsselsheimer Lehrwerkstatt sollen laut IG Metall heuer nur noch 60 statt der bisher üblichen 184 Auszubildenden (Lehrlinge) eingestellt werden. Dabei sei der im Opel-Sanierungsprogramm geforderte Personalabbau von 3.700 Stellen übererfüllt worden. (dpa/apa/red)

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