Autoindustrie

Opel prüft weitere Kündigungen - die der Tarifvertrag eigentlich verbietet

Bei Opel in Deutschland sind Kündigungen laut geltendem Tarifvertrag bis Mitte 2025 ausgeschlossen. Weil es aber nicht genug "Freiwillige" für den planmäßigen Stellenabbau gibt, prüft das Management jetzt betriebsbedingte Kündigungen. "Wer das tut, spielt mit dem Feuer", so die Gewerkschaft dazu.

Die deutsche Gewerkschaft IG Metall lässt nicht mit sich über Kündigungen bei Opel aufgrund der Coronakrise reden. Diese seien nach dem geltenden Tarifvertrag bis Mitte 2025 ausgeschlossen, erklärte die IG Metall. Dieser könne nicht "nach Belieben" in Frage gestellt werden.

"Wer das tut, spielt mit dem Feuer," betonte Jörg Köhlinger, Leiter des IG Metall Bezirks Mitte. Hintergrund ist die Ankündigung von Opel, womöglich doch über Kündigungen Personal abbauen zu müssen. Denn bis Ende 2022 sollten bis zu 2.100 Arbeitnehmer freiwillig über Abfertigungen oder Altersteilzeit ausscheiden. Doch bisher hätten sich erst 500 Kolleginnen und Kollegen dafür gefunden, erklärte Opel.

"Damit sind wir weit entfernt von der erforderlichen Anzahl ausscheidender Beschäftigter", teilte der zur französischen PSA-Gruppe gehörende Autobauer mit. Die Situation werde Ende November erneut bewertet. Wenn es nicht genug Freiwillige gibt, will Opel demnach den Zukunftstarifvertrag mit der Verpflichtung zur Beschäftigungssicherung überprüfen. "Darauf basierend würde auch die Umsetzung betriebsbedingter Kündigungen geprüft."

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Absatz der gesamten Branche geht zurück

Der wirtschaftliche Druck steige aufgrund der Coronakrise. Von Jänner bis August war der Absatz von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall um 50 Prozent auf gut 237.000 Fahrzeuge eingebrochen. Das Minus ist noch größer als das der französischen Konzernmarken Peugeot und Citroen.

Vorerst wollen Arbeitgeber und Betriebsrat bei Opel in einer Arbeitsgruppe Alternativen zum unfreiwilligen Ausscheiden suchen. Die IG Metall warf Opel dennoch vor, die Zusammenarbeit schon aufgekündigt zu haben. (reuters/apa/red)

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