Autoindustrie

Opel-Konzernmutter signalisiert vor Fusion mit Fiat Zugeständnisse

PSA, die französische Konzernmutter von Opel, will vor der Megafusion mit Fiat Chrysler die Wettbewerbshüter der EU mit Zugeständnissen gnädig stimmen. Brüssel hat zuletzt eine vertiefte Prüfung eingeleitet, die bis Ende Oktober dauern könnte.

Vor der geplanten Megafusion mit Fiat Chrysler (FCA) signalisiert der Opel-Mutterkonzern PSA, auf Bedenken der Brüsseler EU-Wettbewerbshüter einzugehen. "Falls wir irgendetwas lösen müssen, werden wir es lösen", sagte Konzernchef Carlos Tavares auf eine entsprechende Frage bei einer virtuellen Konferenz mit Journalisten und Finanzanalysten.

Die EU-Wettbewerbshüter hatte vor gut einem Monat Bedenken bei dem Zusammenschluss geäußert und eine vertiefte Prüfung eingeleitet, die sich bis 22. Oktober hinziehen könnte. Sie befürchten, dass der Wettbewerb bei Lieferwagen eingeschränkt werden könnte. Die EU-Behörde wacht über den freien Wettbewerb in Europa.

"Ich sehe kein Risiko für die Verbraucher", sagte Tavares mit Blick auf den Lieferwagenmarkt. Die Kommission habe Fragen, das sei völlig normal. Es sei derzeit aber zu früh zu sagen, ob die Bedenken der Wettbewerbshüter "materielle Konsequenzen" haben könnten. Um grünes Licht für einen Zusammenschluss zu geben, hat die Kommission beispielsweise die Möglichkeit, von den beteiligten Unternehmen Zugeständnisse wie Spartenverkäufe zu verlangen, um die Verbraucher in Europa zu schützen.

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Der Peugeot-Hersteller PSA und FCA hatten ihre Fusion im Dezember beschlossen. Damit soll der viertgrößte Autohersteller der Welt entstehen. Nach Brüsseler Einschätzung hätte der neue Konzern, der Stellantis heißen soll, im Segment der Lieferwagen bis 3,5 Tonnen in vielen Ländern hohe Marktanteile. Tavares bestätigte den Zeitplan, die Fusion bis spätestens Ende März kommenden Jahres abzuschließen. (dpa/apa/red)

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