Autoindustrie

Opel: Gewerkschaft stemmt sich gegen neuen Jobabbau

Bei Opel befürchtet die Gewerkschaft nach dem Abbau von hunderten Arbeitsplätzen in Wien, dass am Stammsitz in Rüsselsheim nochmals fast ein Drittel der derzeit 3000 Beschäftigten gehen muss. "Diese Strategie der Schrumpfung akzeptieren wir nicht", so die IG Metall.

Beim deutschen Autobauer Opel schreitet die harte Sanierung des neuen Mutter-Konzerns PSA aus Frankreich voran. Die Vertrauensleute der IG Metall machen Front gegen angebliche Pläne, die Kapazität des Rüsselsheimer Produktionswerkes mit derzeit noch 3.000 Beschäftigten um ein Drittel zu reduzieren.

Massiver Abbau auch in Wien

Auch im Opel-Werk in Wien-Aspern Österreich wurde jüngst ein großer Abbau angekündigt. Im Werk in Wien-Aspern sollen bis zum Jahresende bis zu 400 Mitarbeiter gehen - das ist ein Drittel der insgesamt noch 1.200 Beschäftigten. Bereits im Vorjahr wurden 140 Stellen gestrichen.

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Protest am Stammsitz des deutschen Autoherstellers

"Diese Schrumpfungsstrategie akzeptieren wir nicht", heißt es in einer im Werk in Rüsselsheim verbreiteten Resolution. Zuerst hatten die Zeitungen der Mainzer Verlagsgruppe VRM berichtet. Statt 60 Autos könnten im Stammwerk in Deutschland noch 40 Wagen pro Stunde vom Band rollen, lauten die zitierten Pläne.

"Astra" könnte nach Deutschland zurückkehren

Den deutschen Medienberichten zufolge könnte 2021 das bisher in Polen gebaute Kompaktmodell Astra nach Rüsselsheim zurückkehren und den Mittelklasse-Wagen Insignia ergänzen. Das Unternehmen verwies erneut darauf, dass man das zweite Modell für Rüsselsheim noch heuer nennen werde. Es soll im Gegensatz zum gegenwärtigen Astra bereits auf einer PSA-Plattform stehen, um Kostenvorteile zu heben.

IG Metall: In Frankreich werden massiv Leiharbeiter eingesetzt - und ausgebeutet

Die Vertrauensleute verlangten eine Übergangsstrategie mit Kurzarbeit, bis das neue Modell nach Rüsselsheim kommt. Einen weiteren Abbau von Stammpersonal werde man nicht akzeptieren. Die Gewerkschafter hielten PSA vor, in den französischen Werken einen weit höheren Anteil von Leiharbeitern zu ausbeuterischen Bedingungen zu beschäftigen. Einen systematischen Einsatz von Leiharbeitern auf Stammarbeitsplätzen will man bei Opel verhindern.

Auslagerung der Entwicklungsabteilung geht weiter

Die Aufspaltung des Entwicklungszentrums mit rund 7.000 Mitarbeitern kommt nach Angaben des Ingenieursdienstleisters Segula voran, der bis zu 2.000 Leute von Opel übernehmen will. Die übrigen Beschäftigten sollen weiterhin Opel-Modelle entwickeln und zentrale Aufgaben für den PSA-Konzern erledigen. Seit dem Rekrutierungsbeginn hätten bereits mehr als 300 Entwickler Interesse an einem Wechsel gezeigt, sagte Segula-Sprecher Immo von Fallois. Es seien über 100 Fachleute schon eingestellt worden und auch Führungskräfte hätten bereits unterschrieben.

Keine Fortschritte gibt es Fallois zufolge bei den Verhandlungen um einen Haustarifvertrag bei Segula. Man sei mit dem IG-Metall-Bezirk in Frankfurt im guten Kontakt, wolle aber auch mit den Verantwortlichen vor Ort ins Gespräch kommen. Den Wechslern sichert der französische Dienstleister unveränderte Entgelte und Arbeitszeiten, die Übernahme der Pensionsverpflichtungen sowie den auch bei Opel gültigen Kündigungsschutz bis Ende Juni 2023 zu.

Segula soll auch 20 Gebäude von Opel übernehmen

Mit dem für Ende Juni erwarteten Abschluss der Transaktion soll Segula zudem 20 Opel-Gebäude mit zusammen 70.000 Quadratmetern übernehmen und das Testzentrum in Rodgau-Dudenhofen betreiben. Etliche Opel-Beschäftigte wenden sich unterdessen von ihrem Unternehmen ab. Mehr als 1.000 Beschäftigte des Entwicklungszentrums hätten sich bereits für das von der IG Metall ausgehandelte neue Abfindungsprogramm interessiert, hieß es in Arbeitnehmerkreisen. Das Unternehmen machte dazu keine Angaben. (dpa/apa/red)

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