Autoindustrie

Opel-Chef ist offen für Vier-Tage-Woche

Mitten in der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg ist auch in Deutschland eine Diskussion um kürzere Arbeitszeiten entbrannt. Opel-Chef Michael Lohscheller zeigt sich nun offen für eine Vier-Tage-Woche in der Autoindustrie. Dies könne helfen, Arbeitsplätze zu sichern.

Opel-Chef Michael Lohscheller ist offen für den Vorstoß der Gewerkschaft IG Metall, mit einer Vier-Tage-Woche Arbeitsplätze in der Autoindustrie zu sichern. "Prinzipiell sind wir für alle Ideen offen. Die Vier-Tage-Woche kann dabei helfen, Arbeitsplätze zu sichern", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Die deutsche Tochter des französischen Autokonzerns PSA nutze momentan jedoch das Instrument der Kurzarbeit, schränkte er ein. Derzeit sei ein umfassender Strukturwandel in der Branche im Gange. "Da muss man erst einmal im Detail diskutieren, welche Instrumente am sinnvollsten sind."

Opel hat nach den Worten Lohschellers seit der Übernahme durch den französischen PSA-Konzern nicht nur die Mitarbeiterzahl deutlich reduziert, sondern auch die Führungsebene deutlich verschlankt. "Die Treppe wird von oben gekehrt. Wir haben ganze Hierarchieebenen herausgenommen", sagte der Opel-Chef. "Statt über 20 Manager berichten nur noch 9 direkt an mich." In Europa seien auch alle Länderchefs ausgetauscht worden.

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Für die bevorstehende Fusion der Opel-Mutter PSA mit Fiat Chrysler zum viertgrößten Autobauer der Welt, der Stellantis heißen soll, sieht Lohscheller den Hersteller gut gerüstet. "Wir stehen als profitables Unternehmen gut da, nicht mit 20 Jahren Verlust wie unter unserem alten Eigentümer." Zwar müsse man in einem so großen Konzern noch stärker für die eigenen Belange eintreten und auch dafür kämpfen. Die Fusion sei für Opel mit Blick auf den weltweiten Vertrieb aber eine große Chance: "Opel wird die deutsche Marke im neuen Konzern sein." (dpa/reuters/apa/red)