Erdölpreise

OPEC+ steuert auf höhere Fördermenge zu

Die in der OPEC+ zusammengefassten Förderstaaten des Ölkartells OPEC und verbündeter Ölstaaten wie Russland steuern auf eine höhere Produktion zu.

Die in der OPEC+ zusammengefassten Förderstaaten des Ölkartells OPEC und verbündeter Ölstaaten wie Russland steuern auf eine höhere Produktion zu. Eine von den beteiligten Staaten beschlossene Drosselung der Fördermenge werde ein Stück weit zurückgeführt, teilten der saudische Ölminister Abdulaziz bin Salman und sein russischer Amtskollege Alexander Nowak mit.

Das Volumen der Förderkürzung werde im August von derzeit 9,6 Millionen Barrel auf 7,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag gesenkt. Als Begründung hieß es, dass sich die Nachfrage nach Rohöl nach dem Einbruch in der Corona-Krise erholt habe.

Nach einem massiven Einbruch der Ölpreise im Zuge der Corona-Krise hatten sich die Mitglieder der OPEC+ im April darauf verständigt, die Fördermenge zunächst für die Monate Mai und Juni zu kürzen. Später wurde die Vereinbarung auf den Monat Juli ausgedehnt. Saudi-Arabien und Russland gelten als die einflussreichsten Mitgliedsstaaten der OPEC+.

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Die Ölpreise sind am Mittwoch in einem unruhigen Handel zuletzt gestiegen. Führende Mitglieder des Verbunds OPEC+ kündigten an, die Förderung ab August spürbar zu erhöhen. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 43,27 US-Dollar. Das waren 37 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 35 Cent auf 40,64 Dollar.

Am Ölmarkt wirkten zur Wochenmitte gegensätzliche Kräfte. Belastet wurden die Preise durch die Ankündigung des Verbunds OPEC+, die Tagesförderung ab August um etwa zwei Millionen Barrel anzuheben. Die Entscheidung, verkündet durch die führenden Mitglieder Saudi-Arabien und Russland, war erwartet worden. In der Corona-Krise hatten die Förderländer ihre Produktion stärker heruntergefahren, weil die Ölnachfrage erheblich zurückgegangen war.

Auftrieb erhielten die Erdölpreise dagegen durch neue Lagerdaten aus den USA. Nach Angaben des Energieministeriums sind die landesweiten Vorräte in der vergangenen Woche kräftig um 7,5 Millionen Barrel gefallen. Rückläufig waren auch die Bestände an Ölprodukten wie Benzin und Diesel. Die sinkenden Vorräte bringen etwas Entlastung für die angespannte Lagersituation in den USA (dpa-afx/apa/red)