Erdöl/Erdgas

"Investitionen morgen, Ergebnis übermorgen"

Gerhard Roiss will den geografischen Schwerpunkt seines Unternehmens ein wenig verschieben. Angesichts der vermehrten Konzentration auf große Projekte und Beteiligungen sollen die Explorationsausgaben künftig drastisch in die Höhe geschraubt werden.

Ein totaler Fehlschlag war der Versuch, aus dem österreichischen Gasfeld Strasshof noch mehr Gas herauszuholen. Man habe alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft, aber "nichts davon hat funktioniert, das Gas kommt nicht raus", berichtete E&P-Vorstand Jaap Huijskes. Man habe das Gasfeld daher neuerlich wertberichtigt, sodass es jetzt bis fast auf den Buchwert abgeschrieben sei.

Besser läuft es laut Huijskes in Libyen und im Jemen. In Libyen sei die Produktion jetzt etwa auf 90 Prozent des Vorkriegsniveaus. Die Felder seien in Ordnung, aber die Produktion noch nicht ganz verlässlich. Im Jemen sei die Produktion mit 7.000 Barrel pro Tag praktisch wieder auf dem Niveau vor der Krise.

Mit der türkischen Tochter Petrol Ofisi sei man "einen signifikanten Schritt weitergekommen", berichtete Leitner, "wir haben dort die Performance dramatisch verbessert". Auch der Kunststoffhersteller Borealis habe im ersten Halbjahr einen "soliden Ergebnisbeitrag abgeliefert", der Umsatz halte sich etwa auf dem Vorjahresniveau.

Größere Projekte und Beteiligungen

Im Herbst habe man das Volumen aller in Entwicklung befindlichen Projekte mit 280 Millionen boe beziffert, sagte E&P-Vorstand Huijskes. Jetzt beträgt dieses Volumen 400 Millionen Barrel. Das Nettoinvestitionsvolumen soll heuer bei 2,4 Milliarden Euro liegen, "und das ist ohne Akquisitionen", sagte Roiss. "Das Produktionsziel für 2016 mit 350.000 Barrels pro Tag sehen wir sehr, sehr realistisch." Roiss will sich in Zukunft auf größere Projekte und Beteiligungen konzentrieren und die Explorationsausgaben drastisch nach oben schrauben. Man habe bisher mit 300 Millionen Euro pro Jahr kalkuliert, jetzt rechne man mittelfristig mit 600 Millionen Euro. "In Summe heißt das: Die Wachstumsaktivitäten, die wir heute setzen, führen zu Investitionen morgen und zu einem Ergebnis übermorgen", sagte Roiss. "Der Zeitraum von heute zum Übermorgen ist in unserer Branche fünf bis zehn Jahre." (APA)

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