Upstream

OMV fixiert neuen Milliardendeal im Westen Sibiriens

Eine Milliardeninvestition bei geringen Investitionskosten: OMV kauft der Eon-Konzerntochter Uniper einen Anteil an einem Gasfeld in Sibirien ab. Der geplante Vermögenstausch mit Gazprom ist davon nicht betroffen.

Der börsennotierte Öl- und Gaskonzern OMV hat einen weiteren Milliardendeal ausverhandelt. In der Türkei hat das teilstaatliche Unternehmen diese Woche sein verlustträchtiges Tankstellengeschäft abgestoßen. In Sibirien steigen die Österreicher ins Upstream-Geschäft ein.

Deutsche Uniper verkauft - OMV steigt in Upstream bei Gas ein

Die OMV meldete kürzlich, sich mit der deutschen Uniper, einer Tochter des Energieriesen Eon, über den Erwerb von 24,99 Prozent am Yuzhno-Russkoye-Feld (Juschno Russkoje) geeinigt zu haben. Der Kaufpreis beträgt 1,85 Mrd. Dollar (1,75 Mrd. Euro).

Mit dem Abschluss der Transaktion wird bis zum Jahresende gerechnet. Der Stichtag für den Deal ist rückwirkend der 1. Jänner, teilte die OMV mit. Die Genehmigung der involvierten Kartellbehörden steht noch aus, ebenso das OK der Mitgliedsgesellschafter sowie die russische Auslandsinvestitionskontrollgenehmigung.

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Eckdaten zum Fördergebiet

Das Yuzhno-Feld ist eines der größten Erdgasfelder Russlands. Die aktuelle Plateau-Förderung (100 Prozent) beträgt laut OMV-Angaben 25 Mrd. Kubikmeter pro Jahr. Die Lizenz läuft bis 2043. Das dort produzierte Erdgas sei die Schlüsselressource für die Pipeline Nord Stream, die russisches Gas direkt nach Deutschland transportieren soll.

Milliardenschwerer Vermögenstausch mit Gazprom nicht betroffen

Der Ende 2016 fixierte Asset-Tausch der OMV mit der russischen Gazprom ist mit von dem nunmehr abgeschlossenen Deal nicht betroffen. Die alten Pläne seien aufrecht, hieß es von der OMV.

"Mit dem Zukauf schaffen wir für unser Upstreamportfolio die neue Kernregion Russland mit einer zusätzlichen Produktion für die OMV von 100.000 boe/d (Fass Öläquivalent pro Tag). Mit dem Closing wird die OMV mehr als 400.000 boe/d produzieren", teilte OMV-Chef Rainer Seele mit. Die Transaktion werde die Produktionskosten der OMV "beträchtlich reduzieren". Konkret sollen die operativen Kosten der OMV auf unter 10 Dollar/boe sinken.

Das zentrale Ziel der OMV: Reserven ersetzen

Upstream-Vorstand Johann Pleiniger erklärte: "Die Möglichkeit, unsere Reserven zu ersetzen, ist ein zentraler strategischer Treiber hinter dieser Transaktion." Das Yuzhno-Feld werde mit förderbaren Reserven von rund 580 Mio. boe (OMV-Anteil) zu einer der wichtigsten Quellen für den Reservenersatz im OMV-Portfolio. "Mithilfe der Transaktion kann die OMV das strategische Ziel einer 100-Prozent-Reservenersatzrate basierend auf dem OMV-Produktionsvolumen von 2016 für eine Periode von rund fünf Jahren erfüllen."

Angeblich geringe Investitionskosten

Das Feld werde "ohne signifikanten Investitionsbedarf" einen "attraktiven Cashflow" generieren. Der erwartete Investitionsaufwand (Capex) liege bis zum Ablauf der Lizenz lediglich bei 20 Mio. Dollar im Jahr.

Die OMV erwartet mittelfristig eine Dividende von 200 Mio. Dollar im Jahr, bereits mit dem Finanzjahr 2017 ist der Konzern ausschüttungsberechtigt. (apa/red)