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OMV-Chef Seele: Türkei-Verkauf nicht wegen politischer Lage

Noch heuer soll eine Grundsatzvereinbarung zum Asset-Tausch von Öl- und Gasfeldern der OMV in der Nordsee gegen eine Beteiligung an der Gasförderung von Gazprom stehen. OMV-Chef Rainer Seele spricht in diesem Zusammenhang auch über den Türkei-Deal und Borealis.

Noch in diesem Jahr soll zum geplanten Asset-Tausch von Öl- und Gasfeldern der OMV in der Nordsee gegen eine Beteiligung an der Gasförderung des russischen Gazprom-Konzerns in Sibirien eine Grundsatzvereinbarung mit der OMV stehen. Dieses schon vor einem halben Jahr genannte zeitliche Ziel bekräftigte OMV-Generaldirektor Rainer Seele im Interview mit den "Oberösterreichischen Nachrichten".

"Ich komme gerade aus Russland, wir sind in intensiven Verhandlungen", so Seele. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass wir bis Jahresende eine Grundsatzvereinbarung für den Vermögenstausch hinbekommen." Erst danach werde man offizielle Gespräche mit den Behörden in Norwegen, wo die zum Tausch offerierten OMV-Felder liegen, und in Russland angehen. In seinem Konzern gehe man davon aus, dass die OMV in Sibirien ab 2018 bis 2020 produzieren kann.

Zum Verkauf des Türkei-Geschäfts der OMV laufe der Prozess "erfreulich - wir haben mehr Interessenten als erwartet". Die Petrol Ofisi sei ein kerngesundes Unternehmen. Grund für den Verkauf sei auch nicht die politische Lage in der Türkei, "sondern die Tatsache, dass es uns nicht gelungen ist, dort einen integrierten Standort aufzubauen".

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Den Chemiekonzern Borealis, an dem die OMV mit 36 Prozent beteiligt ist, bezeichnete Seele als "Ertragsperle" und fügte hinzu: "Würde man mich fragen: Ich würde meine Beteiligung eher erhöhen als absenken."