Öl- und Gasindustrie

OMV-Chef Seele kritisiert mangelnde Investitionsbereitschaft

Es sei notwendig für die Dynamik der Wirtschaft und die Energieversorgung, in die Öl- und Gasindustrie zu investieren, sagte OMV-Chef Rainer Seele im Rahmen einer Energiewirtschafts-Tagung. Man erlebe aber derzeit das genaue Gegenteil, kritisiert er.

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Die OPEC-Entscheidung für eine Förderkürzung sei ein Signal für den Leidensdruck in den Ölunternehmen und ölfördernden Ländern. Der Ölpreis werde sich gemäß der Umsetzung entwickeln. Seele verwies dabei auf OPEC-Schätzungen, wonach bis 2040 Investitionen von 10 Billionen Dollar (derzeit 9,4 Billionen Euro) nötig sein werden, um die Öl- und Gasnachfrage künftig decken zu können. Europa werde auch in den kommenden Jahren nicht auf Öl und Gas verzichten können. Um das Niveau bei Öl- und Gas aufrecht erhalten zu können, seien Investitionen nötig. Investitionen brauchten aber auch das richtige Umfeld. Eine rückläufige Gasproduktion etwa wie in den Niederlanden treibe in Europa den Importbedarf in die Höhe. Russland spiele die Hauptrolle bei der Versorgung in Europa und sei der Schlüssel zur Versorgungssicherheit.

Das Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 zum Bau einer weiteren Pipeline durch die Ostsee sei nichts anderes als eine Stärkung der Versorgungssicherheit in Europa. Es stelle eine hohe Transportsicherheit und eine Diversifikation für den österreichischen Markt dar. Es sei wichtig, auch den Transport aus bestehenden Quellen zu diversifizieren. Generell sei Österreich aber in Europa aber in einer komfortablen Situation, übertroffen nur noch von den Niederlanden. Für die Versorgungssicherheit Österreichs und der Slowakei wichtig sie die Pipeline zwischen Schwechat und Bratislava.

Energiepolitisch sei es in Europa wichtig, dass Kohle durch Gas ersetzt werde. Im Zuge der Energiewenden in Europa sei Gas ein idealer und unverzichtbarer Partner für die erneuerbaren Energie. Damit könnten 15 Prozent der Treibhausgasemissionen eingespart werden. Die Nachfrage nach Öl werde zurückgehen, jene nach Gas steigen.

Der Raffinerie-Markt in Europa werde noch stärker unter Druck kommen. Es sei daher Flexibilität nötig, um in nachhaltigen Märkten tätig sein zu können. Die Entwicklung gehe in Richtung Petrochemie und Veredelung. (apa)