Metallmarkt

Österreichs Metallwarenindustrie bleibt für 2016 skeptisch

Die österreichische Maschinen- und Metallwarenindustrie (MMI) blickt auf ein durchwachsenes Jahr 2015 zurück. Bei Produktion und Auftragseingängen gab es nur eine Seitwärtsbewegung. Auch für 2016 rechnen die Betriebe nicht mit einer besonders starken Verbesserung.

Die österreichische Maschinen- und Metallwarenindustrie (MMI) blickt auf ein durchwachsenes Geschäftsjahr 2015 zurück. Auch für 2016 wird mit keiner Verbesserung gerechnet. Die Branche bilanzierte im Vorjahr erneut ohne Wachstum, der Produktionswert stagnierte bei 33,4 Mrd. Euro. Die Auftragseingänge stiegen nur minimal um 0,3 Prozent auf 29,5 Mrd. Euro.

"Das vergangene Jahr war durchwachsen und auch die ersten Einschätzungen für 2016 geben keinen Anlass für Optimismus", so der Obmann des Fachverbands der Maschinen-, Metallwaren- und Gießereiindustrie (FMMGI), Christian Knill.

Die Stagnation beziehungsweise Seitwärtsbewegung der Branche halte auch 2016 weiter an und es gebe im Moment keine Anhaltspunkte für eine Verbesserung der Situation. Während die Auftragslage im Maschinenbau stabil sei, befinde sich die Metallwarenbranche in der Rezession. Für die zweite Jahreshälfte gehe der Trend in der Metallware in Richtung Stabilisierung, im Maschinenbau befürchteten die Unternehmen einen Rückgang.

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Deutschland und USA weiterhin wichtigste Kernmärkte

Lediglich bei den Exporten war 2015 ein nominelles Plus von 3,7 Prozent (preisbereinigt +2,8 Prozent) zu verzeichnen. Insgesamt 78 Prozent der heimischen Produktion gingen ins Ausland. Gravierend schlugen allerdings die Exporteinbrüche nach Russland von fast 50 Prozent zu Buche. Russland fiel 2015 erstmals aus den Top-10 Handelspartnern. Kompensiert wurde dieser Rückgang vor allem von Nicht-EU-Staaten, allen voran den USA. Der wichtigste Kernmarkt bleibt neben Amerika weiterhin Deutschland.

Die Anzahl der Beschäftigten sank 2015 im Vergleich zum Vorjahresniveau um 1,4 Prozent auf rund 118.100. "Österreich gehört zu den Ländern mit den am stärksten wachsenden industriellen Arbeitskosten", ortet Knill hier auch hausgemachte Gründe. Zwischen 2007 und 2014 sei ein Anstieg von 23,07 Prozent zu verzeichnen gewesen. Auch die Lohnstückkosten erhöhten sich seit Jahren schneller als jene der Mitbewerber, seit 2008 um 15,9 Prozent. Im EU-Schnitt stiegen sie vergleichsweise nur um 9,8 Prozent, in der Schweiz um 3,5 Prozent.

Österreich leide darüber hinaus unter einem massiven Rückgang bei den Neuinvestitionen. Die Nettoinvestitionsquote sinke seit Jahren und sei von 12 Prozent auf 5 Prozent gefallen.

"Österreichs stärkste Branche"

Die Maschinen- und Metallwarenindustrie ist laut Knill Österreichs stärkste Branche. Als Rückgrat der industriellen Produktion sichere sie indirekt über 250.000 Arbeitsplätze. Um gegen den "schleichenden Abwärtstrend" etwas zu tun, brauche es rasch Reformen wie eine echte und deutliche Senkung der Arbeitskosten (Lohnnebenkosten), steuerliche Entlastung für Betriebe durch eine Steuerreform II, Entbürokratisierung der regulatorischen Rahmenbedingungen und radikale Vereinfachungen im Steuerrecht.

"Wir brauchen ein klareres Bekenntnis der Politik zum Industriestandort Österreich, eine gemeinsame Kraftanstrengung von Betrieben und Arbeitnehmervertretungen sowie mehr Mut von den politischen Entscheidungsträgern", so Knill. (APA/red)