Exportwirtschaft

Das sind die Pläne österreichischer Industriebetriebe in Indien

Ganze fünf Tage war eine Delegation im Gefolge des Außenministers Kurz und der Wirtschaftskammer in Indien unterwegs, um neue geschäftliche Verbindungen zu knüpfen. Der Bedarf des Landes an industriellen Produkten und Dienstleistungen ist enorm.

Englisch statt Mandarin

Die mitgereisten österreichischen Firmenvertreter zeigten sich von den Wachstumsmöglichkeiten in Indien jedenfalls beeindruckt. Als besonderes Plus im Gegensatz zu China wird Englisch als Amtssprache und das von Großbritannien inspirierte Rechtssystem gesehen.

Der Wiener Nachrichtentechniker Frequentis hat bereits ein Notrufsystem für Schiffe an der indischen Küste aufgebaut und will nun Schiff-Leitsysteme für Häfen in Indien verkaufen.

Der oberösterreichische Backwarenerzeuger Resch & Frisch ist am Überlegen, sein Know-how zu gefrorenen Teiglingen und Aufbacköfen an einen indischen Partner weiterzugeben. Ein konkretes Projekt und einen Geschäftspartner gibt es aber noch nicht.

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Die Anadi Bank - ehemalige Österreich-Tochter der Hypo Alpe Adria - will sich neben dem Privatkundengeschäft in Österreich im deutschsprachigen Raum auch als Bank für Exporteure mit Indien-Geschäften positionieren. Die Kärntner Bank gehört seit dem Jahr 2013 der indischen Geschäftsfamilie Kanoria.

Besonders erfolgreich in Indien sind unter anderem die österreichischen Unternehmen AT&S, KTM, Plasser & Theurer, Red Bull und Rosenbauer.

Die steirische AT&S fertigt Leiterplatten in Indien mit 1.000 Mitarbeitern für verschiedene Industriezweige und den Automobilbereich. Der oberösterreichischen Motorradhersteller KTM produziert gemeinsam mit dem indischen Motorradkonzern Bajaj kostengünstige Motorräder für den indischen Markt. Bajaj ist seit 2007 auch Großaktionär von KTM.

BIP-Wachstum zwischen sieben und acht Prozent

Indien gehört bereits zu den Top-30 der wichtigsten österreichischen Exportländer und ist derzeit weltweit das am schnellsten wachsende große Schwellenland. Das Wirtschaftswachstum soll sich im Jahr 2015 auf über sieben Prozent belaufen und heuer laut Prognosen bei 7,6 Prozent und 7,8 Prozent im Jahr 2017 liegen.

Von einigen Experten werden die hohen Wachstumszahlen Indiens in Zweifel gezogen. Für Samir Saran, Vizepräsident des New Delhi Think Tank Observer Research Foundation sind diese Zweifel verständlich, aber nicht gerechtfertigt.

Einige würden sagen, dass man die 7,5 Prozent Wirtschaftswachstum nicht spüre. Saran wies vor österreichischen Journalisten darauf hin, dass allein die massiv ausgeweitete Stromproduktion das Bruttoinlandsprodukt Indiens um 0,6 Prozentpunkte erhöhen würde. Dieses BIP-Plus sei tatsächlich nicht spürbar. (APA/red)

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