Führung

Österreichs Geschäftsführer bleiben im Schnitt nur noch 6,2 Jahre an der Spitze

Die Wechselquote lag 2017 bei 15,3 Prozent. Die Verweildauer an der Spitze nahm im Vergleich zum Vorjahr um über eineinhalb Jahre ab. Damit liegt sie über dem globalen Schnitt von 14,5 Prozent, wie die CEO Success Study 2017 des Wirtschaftsprüfungsunternehmens PwC ermittelt hat.

PwC Frauen im Management Jungmanager Unternehmensführung

Der Frauenanteil in Österreichs Geschäftsführungen ist extrem niedrig: "In Österreich wurden in den letzten fünf Jahren lediglich zwei Frauen in den CEO-Posten gewählt"

Führungskräfte im DACH-Raum wechseln den Chefsessel öfter als ihre internationalen Kollegen. Die Wechselquote in den deutschsprachigen Ländern lag 2017 bei 15,3 Prozent. Damit liegen sie über dem globalen Schnitt von 14,5 Prozent, geht aus der CEO Success Study 2017 vom Wirtschaftsprüfer PwC hervor. Die Verweildauer an der Spitze nahm im Vergleich zum Vorjahr um über eineinhalb Jahre ab.

Unter den 300 größten börsennotierten Unternehmen der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) wurden in Österreich 2017 lediglich zwei CEOs neu bestellt: Johann Strobl von der Raiffeisen Bank International AG und Stefan Szyszkowitz von der EVN AG - ein Rückgang gegenüber 2016. Dagegen gab es in Deutschland 24 neue Geschäftsleiter - ein Fünf-Jahres-Rekord.

Das Durchschnittsalters eines "C-Suite Managers", darunter fällt unter anderem der CEO, COO oder ein CFO, beträgt im DACH-Raum 51 Jahre. An der Unternehmensspitze verweilten die Unternehmensleiter 2017 mit 6,2 Jahren kürzer als 2016 wo es noch 7,8 Jahre waren. "Während CEOs in der Vergangenheit oft über ein Jahrzehnt in ihrer Rolle tätig waren, entwickelt sich der Vorstandsvorsitz immer mehr zu einer überschaubaren Episode im Manager-Lebenslauf.", sagte Harald Dutzler, Partner bei Strategy& Österreich in einer Aussendung.

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Die Gründe für die Wechsel sind vielseitig, in zwei Drittel der Fälle handle es sich aber um geplante Rücktritte. Der häufigste Grund sind mit 15,2 Prozent Fusionen und Übernahmen. Jeder zehnte muss wegen schlechten finanziellen Ergebnissen gehen. Wegen ethischen Fehltritten wie Betrug, Bestechung, Insiderhandel, gefälschten Lebensläufen oder sexuellen Indiskretionen verlassen rund zwei Prozent die Unternehmensspitze, international sind es fünf Prozent.

Die Neubesetzungen in der DACH-Region sind der Studie nach zudem überwiegend männlich. Seit drei Jahren schwankt der Anteil der Frauen zwischen zwei und drei Prozent. "In Österreich wurden in den letzten fünf Jahren lediglich zwei Frauen in den CEO-Posten gewählt: Elisabeth Stadler, Vienna Insurance Group AG in 2016 und Herta Stockbauer, BKS Bank AG in 2014.", sagte Dutzler. Im deutschsprachigen Raum wurden seit 2013 neun Frauen und 176 Männer (knapp 5 Prozent weiblich) als neue CEOs berufen. Die jüngsten drei Jahre lag der Frauenanteil bei Neubestellungen aber bei maximal drei Prozent.

In Sachen Diversität liegt die DACH-Region stark über dem Durchschnitt. 32 Prozent der neu ernannten Geschäftsführer kamen 2017 aus einem anderen Land als das Unternehmen - global waren es 16 Prozent. Internationale Erfahrung wird im DACH-Raum belohnt: Im Vorjahr hatten 56 Prozent der Neubesetzungen bereits in anderen Regionen gearbeitet. Global sind es 30 Prozent. Zu knapp 80 Prozent kommen die neuen Leiter aus dem eigenen Unternehmen, auch international.

Die Daten stammen aus der aktuellen "CEO Success Study" 2017 von Strategy&, der Strategieberatung von PwC. In der Studie wurden die Veränderungen an den Spitzen der 2.500 größten börsennotierten Unternehmen weltweit untersucht.