Umfrage

Österreichs Familienbetriebe: Fehlende Spezialisten als größtes Problem

Die Privatbank Spängler und eine Unternehmensberatung haben 59 Familienbetriebe in Österreich nach den größten Herausforderungen gefragt. An erster Stelle steht demnach der Mangel an geeigneten Fachkräften - noch vor Problemen mit der Digitalisierung oder der Frage nach einer Nachfolge.

Für Familienunternehmen ist der Fachkräftemangel das größere Problem als die Konkurrenz oder auch die Digitalisierung. Die Regelung der Nachfolge ist nur für 10 Prozent eine der größten Herausforderungen, obwohl für zwei Drittel die Unternehmensnachfolge in den nächsten zehn Jahren ein Thema ist, geht aus einer Umfrage von Joshua Consulting und Bankhaus Spängler hervor.

Die Hälfte der befragten 59 Unternehmen gab an, dass Fachkräftemangel und Personalentwicklung zu den größten Herausforderungen gehört. Mehr als die Hälfte hat jetzt schon zu wenig Fachkräfte im Haus, drei von vier Unternehmen halten es für eher oder sehr schwierig, die geeigneten Leute zu finden. Mittelgroße Unternehmen tun sich dabei besonders schwer.

Werner Zenz, Vorstandssprecher vom Bankhaus Spängler, und Consulterin Barbara Joshua hoben in ihrem gemeinsamen Pressegespräch am Mittwoch die Bedeutung der Nachfolgeregelung und strategischen Planung für Familienunternehmen hervor. 87 Prozent der erfolgreichen Familienunternehmen haben eine Planung für die nächsten drei bis fünf Jahre. Erfolgsgarantie ist das aber nicht, denn auch von den erfolglosen Firmen haben 79 Prozent eine strategische Planung. Ob die Eigentümer an der Strategie selber mitarbeiten, beeinflusst den Erfolg dabei nicht.

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Zwei Drittel der befragten Unternehmen sehen in den kommenden zehn Jahren eine Nachfolgefrage in der Führungsetage auf sich zukommen, drei Viertel von ihnen haben aber schon den Nachfolger oder die Nachfolgerin im Auge. Die Nachfolgeregelung dürfe man nicht zu leicht nehmen, die geeigneten Führungspersönlichkeiten müssten vorsichtig ausgewählt werden, sagt dazu Zenz.

Die Studie zeige aber, dass Unternehmen mit Nachfolgeplanung, einem Familienkodex und einer strategischen Planung häufiger erfolgreich sind, als Unternehmen, wo dies fehlt. Gerade ein Familienkodex erleichtere den Nachfolgeprozess und damit den langfristigen Erhalt des Unternehmens, sagten Joshua und Zenz. (apa/red)